Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DIETFURT: Verhalten vor Ort ist entscheidend

Nach einem Unfall oder bei einer Polizeikontrolle sind die Betroffenen meist in einer Ausnahmesituation. Umso wichtiger ist es, sich vor Ort richtig zu verhalten und Aussagen gut zu überdenken.
Adi Lippuner
Stephan Stulz, Rechtsanwalt

Stephan Stulz, Rechtsanwalt

Im Anschuss an die Generalversammlung des Verbands für Landtechnik St.Gallen, Appenzell, Glarus, referierte Rechtsanwalt und Maschineningenieur Stephan Stulz am Samstag zu «Staatsanwaltschaft, Polizeikontrolle Unfall – Auf was ist zu achten?». Dabei wurde rasch deutlich, dass sich viele Menschen nicht im Klaren sind, welche Folgen ihre Aussagen haben können.

Der Bauernsohn, gelernter Landmaschinenmechaniker, Maschinenbauingenieur HTL und Jurist hat allein schon wegen seiner Herkunft und den verschiedenen beruflichen Erfahrungen, in seinem Anwaltsbüro oft mit Verfahren, welche die Landwirtschaft und den landwirtschaftlichen Verkehr betreffen, zu tun. Er rief daher zu vorsichtigem Verhalten gegenüber der Polizei auf, allerdings ohne deren Mitarbeitenden, der Staatsanwaltschaft oder den Gerichten Willkür vorzuwerfen. «Die meisten Mitarbeitenden auf den verschiedenen Stufen haben keine Ahnung von der Landwirtschaft und auch nicht, wie sich die Fahrzeuge verhalten.» Das eigene Verhalten hinterfragen, sich bei Unsicherheit bei Berufskollegen oder Verbandsvertretern informieren schaffe Sicherheit. «Wer seine Rechte und Pflichten kennt, bewegt sich ganz allgemein sicherer, sei dies auf der Strasse oder sonst im Leben», so der Referent.

Mit Hilfe von Beispielen sensibilisieren

Mit Hilfe von Beispielen, vom umgekippten Anhänger, einem verlorenen Rad bis zu einem schweren Unfall mit mehreren Verletzten auf einer abschüssigen Strasse wurde den Zuhörern vor Augen geführt, wie rasch etwas Unvorhergesehenes passieren kann. «Und wenn etwas passiert, ist es wichtig, sich vor Ort gegenüber der Polizei überlegt zu verhalten», erläutert Stephan Stulz. Ein Beispiel eines Polizeirapports zeigt, wie sehr «der Teufel im Detail» liegen kann. So sagte ein junger Lenker auf dem Platz aus: «Ich habe in diesem Moment nichts überlegt. Ich werde mich demnach entsprechend anpassen, sprich normal beschleunigen und fahren.» Dieser Rapport sei vom Beschuldigten unterzeichnet worden und ging zur Staatsanwaltschaft. Der Referent bezeichnete dies als «unvorteilhafte Aussage, welche kaum eine nachträgliche Korrekturmöglichkeit bietet».

Aufgrund der Ausnahmesituation nach einem Unfall oder bei einer Kontrolle empfiehlt Stephan Stulz, mit detaillierten Ausführungen gegenüber der Polizei zurückhaltend zu sein. «Vor allem wenn die Fragen unlogisch oder unklar erscheinen, ist Vorsicht geboten.» Nach den Aussagen werde ein Protokoll erstellt und dies gelte es, ganz genau zu lesen. «Wenn etwas unklar ist oder nicht der getätigten Aussage entspricht, kann eine Korrektur verlangt werden.»

Stephan Stulz, Rechtsanwalt

Stephan Stulz, Rechtsanwalt

Wichtig sei auch, sich auf die Befragung, die zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Polizeiposten, allenfalls bei der Staatsanwaltschaft oder vor Gericht durchgeführt werde, gut vorzubereiten. «Wer sich ständig widerspricht, wirkt nicht glaubhaft.» Und auf die Frage, ob ein Rechtsanwalt beigezogen werden kann, war zu hören: «Jeder Beschuldigte hat das Recht, sich an einen Anwalt zu wenden. Je nach Situation kann dies Sinn machen, denn dadurch wird etwas Zeit gewonnen. Das Erlebte kann sich etwas setzten, und ein Anwalt kennt die Verfahren und weiss, was allenfalls auf den Beschuldigten zukommen kann.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.