«Dieser Bau besitzt Würde»

WATTWIL. Am Donnerstag wurde die neue Abdankungshalle Wattwil an einer Medien- orientierung vorgestellt. Warme Farben und viel Licht zeichnen den Bau aus.

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Architekt Jürg Wehrli (rechts) erklärt Daniel Rhiner und Peter Schweizer von der Bauverwaltung und dem Gemeinderat und Präsidenten der Friedhofskommission, Hanspeter Schumacher, (v. l.) Details der neuen Abdankungshalle in Wattwil. (Bild: rfo)

Architekt Jürg Wehrli (rechts) erklärt Daniel Rhiner und Peter Schweizer von der Bauverwaltung und dem Gemeinderat und Präsidenten der Friedhofskommission, Hanspeter Schumacher, (v. l.) Details der neuen Abdankungshalle in Wattwil. (Bild: rfo)

Morgens, acht Uhr auf dem Friedhof in Wattwil. Es ist trüb, es regnet. Eine wirklich triste Stimmung. Doch bei der Vorstellung der neuen Aufbahrungs- und Abdankungshalle am vergangenen Donnerstag wird bald klar: Das soll nicht so bleiben. «Beim Abschiednehmen wird künftig das Licht eine grosse Rolle spielen», sagt der St. Galler Architekt Jürg Wehrli.

Moderner Gegenpol zur Kirche

Schon am 1. März konnte die neue Halle in Betrieb genommen werden. «Damit ist ein Dorfpolitikum zu Ende gegangen», befand Hanspeter Schumacher, Gemeinderat und Präsident der Friedhofskommission anlässlich der Medienorientierung. Ein fast einjähriges Provisorium mit einem Zelt und eine wechselvolle Geschichte gehörten damit der Vergangenheit an. «Dieser Bau besitzt Würde», sagte Schumacher. Er sprach von einer ausdrucksstarken Neuanlage, die einen modernen Gegenpol zur ehrwürdigen Kirche des bekannten Architekten Felix Wilhelm Kubly bilde. Bei einer Führung erläuterte Architekt Wehrli sein Konzept.

«Der Kreislauf des Lebens»

«Der Trauerprozess beim neuen Friedhofsgebäude hat die Architektur wesentlich geprägt», sagte er. In der oberen Ebene, direkt ab dem Kirchenrain erreichbar, befinden sich die in warmem Umbra-Ton gehaltenen Abdankungsräume, welche mit weissen, lichtdurchfluteten Katafalknischen ausgestattet sind. «Hier ist Abschiednehmen noch ausserhalb des Friedhofes im innigen, privaten und geschützten Rahmen möglich», so Wehrli.

Auf einer zweiten Ebene, mit erhöhtem Blick auf die Gräberfelder des Friedhofs, wird in der Abdankungshalle oder dem gedeckten Vorraum in Gemeinschaft die Trauerfeier stattfinden. Zum Friedhof der dritten Ebene führt schliesslich ein besinnlicher Prozessionsweg über den neuen, grosszügig ausgelegten Vorplatz. «Um jedem Abdankungsritus gerecht zu werden», erklärte Jürg Wehrli, «wurden Symbole verwendet, die in breiten Kreisen verstanden werden.» Stellvertretend für die Besinnlichkeit und Bedeutung des Ortes befindet sich im Lichthof des Neubaus ein Wasserspiel, das nach Aussagen des Architekten angenehme Geräusche verbreiten soll. «Wasser und Licht sollen sicherstellen, dass man vor dem Friedhof keine Angst haben muss,» so der Architekt.

Am Samstag, 2. April, bietet die Politische Gemeinde Wattwil ab 14 Uhr der Bevölkerung die Gelegenheit, die neue Aufbahrungs- und Abdankungshalle zu besichtigen. Die Musikgesellschaft Wattwil wird die Einweihung durch die evangelische und katholische Kirchgemeinden musikalisch umrahmen. (rfo)