Die Zucht weiterentwickeln

Die Appenzeller Milchviehzüchter züchten leistungsfähige, gesunde und langlebige Kühe. An der DV der Appenzeller Viehzuchtgemeinschaft wurden einige Besitzer geehrt. Thomas Gantenbein ist neues Vorstandsmitglied.

Martin Brunner
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Martin Preisig ist Präsident der Appenzellischen Viehzuchtgemeinschaften.

Martin Preisig ist Präsident der Appenzellischen Viehzuchtgemeinschaften.

OBEREGG. 29 Viehzuchtgemeinschaften umfasst der Kantonalverband der Appenzellischen Viehzuchtgemeinschaften. Das sind 739 Betriebe, elf weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Tiere sank um 160 auf 15 174. Dennoch zeigte sich der Präsident Martin Preisig an der Delegiertenversammlung in Oberegg überzeugt, dass das Braunvieh erfolgreich ist. «Wenn ich Bilder von Kühen von vor 20 Jahren anschaue, so wird klar, dass diese in allen Merkmalen markant verbessert wurden», sagte er. «Ein Exterieur mit guter Funktionalität, Langlebigkeit und Gesundheit kennzeichnen unsere robuste Rasse. Aber wir dürfen nicht stehenbleiben und müssen diese zielführend weiterentwickeln.»

Ideal fürs Berggebiet

Dies ist für ihn umso wichtiger, weil in beiden Kantonen der Zustand der Zucht sehr gut sei. «Viele Züchter bemühen sich aktiv darum, dass dies auch so bleibt», sagte Preisig. «Sie wollen ihre Zuchtziele zusammen mit einer guten Wirtschaftlichkeit erreichen.» Für ihn ist auch klar, wie bedeutend die braune Rasse für das Appenzellerland ist. Die braune Kuh mit ihrer Stabilität eigne sich ideal fürs Berggebiet. «Das müssen wir mit in die Zukunft nehmen. Wir brauchen eine Kuh, die gut funktioniert und in der Regel mit jenem Futter auskommt, das sie in unserer Region findet.»

Grossartige Leistungen

Kein Wunder also, dass Martin Preisig viele Bauern für ihre aussergewöhnlichen Tiere ehren konnte. Im Vordergrund standen dabei die 20 Tiere von 18 Züchtern, bei denen Kühe im Stall stehen, die in ihrem Leben bereits über 100 000 Kilogramm Milch produziert haben. 13 Kühe kommen sogar auf eine Lebensleistung von über 120 000 Kilogramm. Sechs Betriebe wurden zum fünften Mal in Folge für ihr erfolgreiches Betriebsmanagement geehrt. Es sind Hans Walter Bodenmann, Herisau, Hansruedi Brülisauer, Eggerstanden, Hans Frischknecht, Waldstatt, Gottfried Heeb, Wald, Johann Manser, Gonten, und Reto Preisig, Stein.

Neues Vorstandsmitglied

Die vorbildliche Zucht der Appenzeller Bauern lobte auch Lukas Casanova von Braunvieh Swiss. Er zeigte Respekt vor den Leistungen in diesem Gebiet. «Es sind Viehzüchter mit Leib und Seele, die für die grossen Erfolge verantwortlich sind», betonte er. Der Innerrhoder Landeshauptmann Stefan Müller wies darauf hin, dass die Zahl der Milchviehbetriebe in der Schweiz innerhalb von zehn Jahren um zwei Drittel auf rund 22 000 gesunken sei. Jeder Bauer habe durchschnittlich aber bedeutend mehr gemolken, was sich heute negativ auf den Preis auswirke, erklärte er. Dieser sei von durchschnittlich 70,7 Rappen im Jahr 2006 auf heute 57,1 Rappen gesunken. Deshalb setze er sich dafür ein, dass die freiwerdenden Mittel aus dem Schoggigesetz für die Stützung des Milchpreises verwendet würden. Aus dem Vorstand ausgetreten ist Karl Rechsteiner von der Viehzuchtgemeinschaft Oberegg. In sein Amt wurde aus dem gleichen Verein Thomas Gantenbein gewählt.

Diese Milchviehzüchter wurden für ihre Kühe mit mehr als 100 000 kg Milch Lebensleistung geehrt. (Bilder: mb)

Diese Milchviehzüchter wurden für ihre Kühe mit mehr als 100 000 kg Milch Lebensleistung geehrt. (Bilder: mb)