«Die Zahl der Fälle liegt bei null»

Nachgefragt

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Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Letzte Woche wurde bekannt, dass im Februar ein junger Mann daran gestorben ist. Damit fordert die Krankheit in der Schweiz erstmals seit 2009 ein Todesopfer. Der Kantonsarzt von Appenzell Innerrhoden, Andreas Moser, äussert sich zumStand der Masernbekämpfung in seinem Kanton.

Andreas Moser, der Kanton Appenzell Innerrhoden wird in den Medien immer wieder als impfkritisch dargestellt. Stimmt das?

Gemäss der Durchimpfungsrate stimmt das nicht. Impfkritische Stimmen gibt es immer.

Was sind die Gründe der Impfgegner?

Das müssen Sie die Impfgegner fragen. Dabei sind wohl Wirksamkeit und allfällige Nebenwirkungen wichtige Themen.

Wie hoch ist die Durchimpfungsrate in Innerrhoden?

Gemäss letzter Statistik des Bundesamts für Gesundheit stieg die Impfrate bei zweijährigen Kindern zwischen 2005 und 2014 von 39 auf 84 Prozent.

Für die von der Weltgesundheitsorganisation angestrebte Masernelimination müsste eine Durchimpfung von 95 Prozent erreicht werden. Was wird unternommen, um diesen Wert zu erreichen?

Der Kanton hat in den Jahren 2014/15 alle Hausärzte und Eltern von ein- bis zweijährigen Kindern angeschrieben sowie mit Medienmitteilungen auf die Wichtigkeit der Impfung aufmerksam gemacht. Der Kanton behält sich vor, solche Kampagnen regelmässig durchzuführen. Weiters überprüfen die Schul ärzte den Impfstatus der Schülerinnen und Schüler in der ersten, sechsten und achten Klasse.

Wie hoch liegt die Zahl der Masernfälle im Kanton?

Bei null.

Der Verstorbene war geimpft, spricht das nicht gegen eine Impfung?

Im Gegenteil, es spricht eher dafür. Den Fall kenne ich nicht persönlich. Gemäss meinen Informationen litt die Person an Leukämie und das Immunsystem wurde durch die Therapie stark unterdrückt. Gerade für vulnerable Personen ist es wichtig, dass eine hohe Durchimpfungsrate erreicht wird. (ker)