Die Vorfreude auf Olympia 2020 entfacht: Olympisches Feuer macht Halt in Appenzell

Nach Bern, Solothurn, Basel und St. Gallen konnte das olympische Feuer am Samstag in Appenzell bestaunt werden. Entfacht wurde es von Marc Bischofberger und Martina van Berkel. 

Claudio Weder
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Marc Bischofberger und Martina van Berkel.

Marc Bischofberger und Martina van Berkel.

Bild: Claudio Weder

Am Samstagmorgen zeigte sich die Gegend rund um das Dorf Appenzell in weissem Gewand. Für Winterstimmung sorgte aber nicht nur der frisch gefallene Schnee: Auf dem Brauereiplatz erhielten Wintersportfans – darunter vor allem jüngere – einen kleinen Vorgeschmack auf die Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 in Lausanne, welche vom 9. bis 22. Januar ausgetragen werden. Im Mittelpunkt der Darbietung: das olympische Feuer.

Erstmals seit 1948 ist dieses wieder in der Schweiz «zu Gast». Entzündet wurde die Flamme am 17. September im Rahmen einer traditionsreichen Zeremonie in Athen. Bis zum Abend der Eröffnungsfeier reist diese nun, gut aufbewahrt in einer Laterne, quer durch die Schweiz. Nach Bern, Solothurn, Basel und St. Gallen machte das olympische Feuer am Samstag auch in Appenzell einen Halt.

Teilnehmende aus der ganzen Welt

Die Olympischen Jugendspiele sind eine internationale Multisportveranstaltung für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren aus der ganzen Welt. Bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen 2018 in Buenos Aires nahmen rund 4000 Athletinnen und Athleten teil. Mit den Spielen will das Internationale Olympische Komitee junge Menschen aus allen Kontinenten durch sportliche Wettkämpfe auf Weltklasseniveau zusammenbringen.

Im Vordergrund steht jedoch nicht allein der Kampf um die Medaillen: Der Anlass dient den Teilnehmenden auch dazu, die olympischen Werte Höchstleistung, Freundschaft und Respekt kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Im Rahmen eines Kultur- und Bildungsprogramms haben die jungen Athletinnen und Athleten zudem Gelegenheit, an Workshops zu Themen wie Olympismus, sozialer Verantwortung und gesundem Lebensstil teilzunehmen oder Gespräche mit aktuellen und ehemaligen Topathleten zu führen.

Dabei sein ist alles

Dass es bei Olympia nicht nur um das Gewinnen allein geht, wissen auch Martina van Berkel, die 65-fache Schweizermeisterin im Schwimmen, und der Oberegger Skicross-Profi Marc Bischofberger. Die beiden Athleten hatten am Samstag die Aufgabe, die olympische Fackel auf den Brauereiplatz zu tragen und das Feuer in einer dafür vorgesehenen Schale zu entfachen.

Für beide ein emotionaler Moment. Sowohl van Berkel als auch Bischofberger konnten bereits olympische Erfahrung sammeln. Van Berkel nahm 2012 an den Sommer-Spielen in London teil, Bischofberger gewann im vergangenen Jahr in Pyeongchang die Silbermedaille. Beide betonen, dass es – dem olympischen Gedanken entsprechend – nicht bloss um sportliche Leistung gehe, sondern «das ganze Drumherum», etwa das Zusammensein mit anderen Sportlern, ebenso wichtig sei. Letzteres gab auch Landammann Roland Inauen in seiner Ansprache den anwesenden Jugendlichen auf den Weg. Den «Spitzensportlern von morgen», wie er sie nannte, wurde damit die Vorfreude auf Olympia 2020 definitiv entfacht.

Hinweis: Die Olympischen Jugend-Winterspiele finden vom 9. Januar bis 22. Januar 2020 in Lausanne statt.