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Teufen top, Trogen Flop: So stark
sind die Ausserrhoder Gemeinden verschuldet

In den letzten fünf Jahren ist die Pro-Kopf-Verschuldung vieler Gemeinden gesunken.
Es gibt aber auch Ausnahmen – nicht nur Trogen.
Jesko Calderara
Entgegen dem Trend steigen in Trogen die Schulden. Bild: Michel Canonica/Hanspeter Schiess (18. Mai 2017)

Entgegen dem Trend steigen in Trogen die Schulden. Bild: Michel Canonica/Hanspeter Schiess (18. Mai 2017)

Die Schulden der Ausserrhoder Gemeinden haben 2018 im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Dies zeigt die neuste Gemeindefinanzstatistik, welche am 28. Oktober ein Thema im Kantonsrat sein wird. Hauptgrund für die rückläufige Verschuldung sind die sprudelnden Steuererträge der vergangenen Jahre. So haben die Gemeinden im letzten Jahr kumuliert einen operativen Gewinn von 22 Millionen Franken erwirtschaftet, was gegenüber 2017 nochmals eine Steigerung bedeutet. Sie waren daher vermehrt in der Lage, ihre Investitionen mit eigenen Mitteln zu finanzieren.

Dieser höhere Selbstfinanzierungsgrad führte 2018 zu einem Abbau der Schulden. Vergleiche dazu lassen sich mit der Kennzahl Nettoschuld pro Einwohner anstellen. Auf kommunaler Ebene beträgt dieser Wert im Durchschnitt 1071 Franken. Das sind rund 200 Franken weniger als im Vorjahr. Spitzenreiter bei der Pro-Kopf-Verschuldung ist Trogen mit 5789 Franken. Ende 2018 lag diese über 600 Franken höher als ein Jahr zuvor. Der ausgewiesene Wert der Mittelländer Gemeinde gilt als «sehr hohe Verschuldung».

Nur unwesentlich besser sieht die Situation in Bühler (3199 Franken pro Kopf), Herisau (3029), Urnäsch (2637) und Rehetobel (3423) aus. Sie alle gelten als hoch verschuldet. Von diesem Quartett konnte einzig Herisau seine Verbindlichkeiten senken. Auffallend ist der Sprung von Waldstatt, das seine Schulden pro Einwohner um rund 700 auf 1077 Franken reduzieren konnte. Ähnliches gelang auch Reute.
Auf der anderen Seite gibt es gemäss der Statistik des Finanzdepartements Gemeinden, die über ein Nettovermögen verfügen. Ihr Fremdkapital ist somit kleiner als das Finanzvermögen. Letzteres umfasst Vermögenswerte, die zur Aufgabenerfüllung der öffentlichen Hand nicht zwingend sind, beispielsweise Renditeimmobilien oder Wertpapiere. Kantonsweit am höchsten ist das Nettovermögen je Einwohner mit 3487 Franken wenig überraschend im finanzstarken Teufen. Aufgrund der jüngsten Abschlüsse mit hohen Gewinnen ist diese Kennzahl in den letzten zwei Jahren stark gestiegen. Zu jenen Gemeinden, die ein Vermögen ausweisen, gehören zudem Schönengrund, Gais, Lutzenberg, Grub, Walzenhausen und Wolfhalden.
Aussagekräftiger als ein Jahresvergleich ist die Analyse über einen längeren Zeitraum. Auch über fünf Jahre gesehen ging die Verschuldung der Ausserrhoder Gemeinden zurück. So lag die Pro-Kopf-Verschuldung 2014 um etwa 400 Franken höher als heute. Verbessert haben sich vor allem Waldstatt, Teufen, Schwellbrunn, Rehetobel, Speicher, Lutzenberg und Gais, die entweder Schulden abbauen oder Vermögen bilden konnten. Demgegenüber ist die Verschuldung in Bühler, Heiden, Hundwil, Reute, Trogen, Urnäsch und Wald seit 2014 gewachsen.

Höhere Investitionen geplant

Interessant sind die Erkenntnisse zur Frage, welchen Anteil die Gemeinden für Investitionen im Verwaltungsvermögen ausgeben. Wie in den vergangenen Jahren ist die Investitionstätigkeit schwach. Gegenüber 2017 war sie im vergangenen Jahr sogar nochmals rückläufig. Ein Ausreisser bei diesem Aspekt ist einzig Bühler. Die Mittelländer Gemeinde tätigte in dieser Periode relativ hohe Investitionen. Immerhin im Mittelfeld bewegen sich Wolfhalden, Walzenhausen, Wald, Urnäsch und Trogen. Wenig investieren alle übrigen Gemeinden, darunter Gais, Speicher, Teufen, Heiden und Herisau, wo allerdings grosse Vorhaben wie die Neugestaltung des Bahnhofs anstehen.

Die Autoren der Gemeindefinanzstatistik 2018 sind allerdings zuversichtlich. Der Investitionsanteil wird in den nächsten Jahren wieder steigen, sofern alle Projekte wie vorgesehen realisiert werden können.

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