Die Topskorer weg, zwei Talente weg: Trotzdem sind die Verantwortlichen des UHC Herisau optimistisch

Sowohl Patrick Frischknecht als auch Noah Keller zeigten in der vergangenen Saison bemerkenswerte Leistungen im Förderkader des UHC Herisau. Nun wechseln die beiden in die U21-Mannschaft des NLA-­Vereins Waldkirch-St.Gallen

Lukas Pfiffner
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44 Tore hat David van Haaften in den vergangenen zwei Jahren für den UHC Herisau erzielt.

44 Tore hat David van Haaften in den vergangenen zwei Jahren für den UHC Herisau erzielt.

Bild: Lukas Pfiffner

«Ihre Energie und ihre Spielfreude waren bemerkenswert», sagt Präsident Paul Zähner. Patrick Frischknecht und Noah Keller (beide Jahrgang 2001) gehörten in der vergangenen Saison dem Förderkader des UHC Herisau an und zeigten bemerkenswerte Leistungen; nicht nur Zähner war angetan von den Auftritten der beiden Stürmer. Nun wechseln die beiden in die U21-Mannschaft des NLA-­Vereins Waldkirch-St.Gallen (Wasa). Sportchef Bruno Kläger zeigt Verständnis:

«Sie wollen sich mit den besten Junioren der Schweiz messen. Ich kann ihren Schritt verstehen.»

Die beiden absolvieren die Rekrutenschule – sie können aber dank der Zugehörigkeit zu Wasa regelmässig trainieren.

Herisau hat nebst dem Abgang der zwei grössten Talente auch jenen der Topskorer der vergangenen drei Jahre zu verkraften. Noah Kellers älterer Bruder Jan kam in der Saison 2017/18 auf 19 Tore und 11 Assists, David van Haaften in der Saison 2018/19 auf 19 Tore und 6 Assists sowie in der Saison 2019/20 auf 25 Tore und 11 Assists. Die beiden Stürmer sind erst 23 respektive 24 Jahre alt.

Wegen des Berufs kürzertreten

Koller und Van Haaften treten nun sportlich kürzer und spielen neu in der zweiten Mannschaft des UHC Herisau. Keller ist bei der Polizei tätig. Unregelmässige Arbeitszeiten machten den Trainingsbesuch schon in der vergangenen Saison teilweise schwierig. «Wir freuen uns, dass er dem Verein als Aktuar erhalten bleibt», sagt der Präsident. Powerplayspezialist van Haaften lässt sich umschulen und kann den Aufwand für die 1. Liga ebenfalls nicht mehr auf sich nehmen.

«Geben und Nehmen» ist das Motto der Zusammenarbeit mit dem benachbarten Wasa. Man profitiert gegenseitig. Mit Stefan Meier (1991) und U21-Spieler Andrin Scherer kehren zwei ehemalige Herisauer Verteidiger zu ihrem Stammverein zurück. Allerdings hat sich Meier bei einem Mountainbike-Unfall an der Schulter verletzt. «Er wird einige Monate ausfallen», berichtet der Sportchef. Ebenfalls von Wasa stösst Verteidiger Joel Conzett zu den Hinterländern.

Mit Andreas Zwicker wechselt ein Stürmer aus der NLB (Red Devil March-Höfe) nach Herisau. Er gelte als abschlussstark und werde in der Offensive helfen, sagt Kläger. Mit Geld können im regionalen Unihockeysport keine Spieler gelockt werden. «Primär laufen Transfers über kollegiale Kontakte, viele Gespräche und ein gutes Netzwerk.» Man habe auch im Austausch mit Wasa einen sinnvollen Weg gefunden.

«Wenn unsere Jungen vielleicht einmal zurückkommen, sind sie gewiss nicht schlechter geworden…»

Und Herisau mit einem ambitionierten 1.-Liga-Team könne für ehemalige Wasa-Spieler eine sinnvolle Alternative sein. Neben van Haaften, den Gebrüdern Keller und Patrick Frischknecht stehen drei weitere Spieler nicht mehr zur Verfügung: Lukas Zogg, Diego Frischknecht und Raphael von Allmen kamen 2019/20 (zum Teil aus Verletzungsgründen) nicht regelmässig zum Einsatz und wechseln in untere Ligen. Nico Raschle bleibt Trainer, er hat nach Auskunft von Paul Zähner einen neuen Zweijahresvertrag unterzeichnet. Neuer Assistenztrainer ist Raphael Nüesch, der einst für Herisau gespielt und als Nachwuchstrainer gearbeitet hat.

Die 1.-Liga-Saison beginnt für Herisau am 12. September

Die Qualifikation der vergangenen Saison beendete Herisau auf dem beachtlichen zweiten Platz. In den Playoffs setzte es sich gegen die Vipers durch, ehe es im Halbfinal Bassersdorf Nürensdorf unterlag. «Wir konnten einige enge Spiele mit einem guten Spirit für uns entscheiden. Es war schön und für den Kopf wichtig, einmal die Viertelfinals zu überstehen», sagt Kläger. Die 1.-Liga-Saison beginnt für Herisau am 12. September mit dem Auswärtsspiel gegen die Vipers InnerSchwyz. Trotz der Abgänge ist der Sportchef betreffend nächster Meisterschaft optimistisch, was die nächste Meisterschaft betrifft. Das Gerüst bestehe weiter, der Kern der «Ur-Herisauer» sei zusammengeblieben. «Und ich denke, wir können die Abgänge mit den Zuzügen kompensieren.»

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