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«Die Tiere faszinieren mich»

Jenny Tanner aus Teufen absolviert in Gossau zurzeit ihr zweites Lehrjahr als Landwirtin. Sie ist nicht die einzige Frau. Dennoch entscheiden sich viele für eine andere Berufsrichtung.
Martin Brunner
Bei den Kühen fühlt sich Jenny Tanner aus Teufen am wohlsten. (Bild: PD)

Bei den Kühen fühlt sich Jenny Tanner aus Teufen am wohlsten. (Bild: PD)

Die Tiere und dabei vor allem die Kühe haben es Jenny Tanner aus Teufen angetan. Ganz selbstverständlich bewegt sie sich im Laufstall ihres Lehrbetriebs in Albertschwil in Gossau und nennt jede einzelne Kuh beim Namen.

Die Reaktion der Kühe ist ruhig und zutraulich. «Die Tiere haben bei meinem Entscheid für diese Lehre die wichtigste Rolle gespielt», sagt die 17-jährige Lernende. «Ich fühle mich bei ihnen sehr wohl. Faszinierend ist für mich vor allem, dass ich sie immer besser kennen lerne, je länger ich mich mit ihnen beschäftigte.»

Ein vielseitiger Beruf

Tiere gehörten schon in ihrer Kindheit zu Tanners Lieblingsbeschäftigungen. Sie wuchs zusammen mit vier Schwestern auf einem Bauernhof in Teufen auf und half ihren Eltern so oft es ging im Stall. «Es gab immer etwas, das ich erledigen konnte, vom Einstreuen bis zur Reinigung der Liegeboxen», erzählt sie. «Am liebsten verbrachte ich viel Freizeit mit solchen Arbeiten.»

Trotzdem war der Gedanke an eine landwirtschaftliche Lehre noch weit weg. In der Oberstufe schnupperte sie als Bäckerin, Hotelfachfrau, Köchin oder auch als kaufmännische Angestellte. «Da ich sehr vielseitig interessiert bin und an vielem Freude habe, schaute ich all diese Berufe an. Sie kamen jedoch nicht in Frage, weil mir die Abwechslung fehlte.» Wie genau sie auf die landwirtschaftliche Lehre gekommen ist, weiss sie gar nicht so genau. Sicher ist, dass ihr neben den Tieren die Vielseitigkeit zusagte. «Je nach Betriebszweig sind die Aufgaben sehr unterschiedlich und jedes Mal spannend.»

Tanner ist sich bewusst, dass sie eine ziemlich herausfordernde Lehre in Angriff genommen hat. Die 55 Arbeitsstunden pro Woche machen ihr aber nichts aus. Auch die anstrengende körperliche Arbeit und die Aufgaben in der nicht immer angenehmen Natur stören sie nicht, im Gegenteil. Wobei: «Am Anfang hatte ich oft Heimweh, weil die Umstellung von der Schule zur Lehre doch sehr gross war», betont sie. «Ich war in meiner Freizeit auch oft sehr müde. Das hat sich unterdessen aber gelegt. Ich fühle mich wohl in diesem eher männlichen Beruf.»

Lehre auf dem Biohof

Auch die Vielfalt, die sie sich gewünscht hat, kommt in Tanners Lehre bis jetzt voll zum Tragen. Das erste Lehrjahr verbrachte die Teufenerin bei der Familie Willi in Altstätten auf einem Betrieb mit 80 Milchkühen und zwei Melkroboter sowie Ackerbau in der Umstellung auf Bio. «Ich lernte von meinem Erstlehrjahrchef sehr viel über die Kühe», sagt sie. «Spannend war aber auch das Zusammenspiel dieser Beobachtungen mit der Technik, zum Beispiel bei den Melkrobotern oder den Aufzeichnungen der Tierbewegungen mittels Sensoren.» Natürlich kam auch der Umgang mit Maschinen und Geräten nicht zu kurz.

Im Lehrjahr bei der Familie Lehner in Gossau lernt Tanner das Melken im Melkstand und beschäftigt sich mit den Obstbäumen, immerhin 330 Hochstämmer und 45 Aren Niederstämmer. Kommen 48 Mastschweine und etwas Ackerbau dazu, welche die Vielseitigkeit abrunden. «Mein Ziel war es, in der Lehre möglichst viele Bereiche kennen zu lernen. Das ist bis jetzt gut gelungen.» Für die Zukunft hat Tanner genaue Vorstellungen. Im dritten Lehrjahr will sie ein halbes Jahr die Schule besuchen, und das andere halbe Jahr in Irland auf einem Bauernhof arbeiten. Nach ihrer Lehre möchte die Teufenerin die Berufsmatura bestehen und danach Agronomie studieren.

Ob Jenny Tanner aber in Zukunft einen Bauernbetrieb führen wird, vielleicht sogar jenen ihrer Eltern, steht noch in den Sternen.

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