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Die Tellspiele von Mogelsberg

Wilhelm Tell Nobles, klassisches Theater werden sie heute aufführen, versprechen Gilbert und Oleg. Den «Wilhelm Tell» von Schiller werden sie geben, in einer ganz neuen Inszenierung, näher am Original, authentischer und emotioneller. Näher also an der Legende, an der fast wahren Wahrheit, die da stets demselben Wunsch, ja Drang entspricht: dem Willen nach Freiheit.

Frei von diesem Österreicher, der vogtet und knechtet, frei von Gehorsam und Unterwerfung, frei von Gedanken auch. Frei von Gedanken? «Wir sind frei in den Gedanken, aber nicht von Emotionen», sagt Gilbert irgendwann in der Inszenierung, die im Übrigen, nicht so recht gelingen will, weil Oleg auch ein Wörtchen mitreden möchte bei der Regie. Er will frei sein davon, stets das zu tun, was ihm sein Kumpel befiehlt. Nun mag Wilhelm Tell ein besonnener, ernsthafter und mutiger Zeitgenosse gewesen sein, Oleg ist es nicht. Oleg ist einer, der das Leben auf die leichte Schulter nimmt, selbst dann noch Spässe macht, wenn die Lage todernst ist, sprich: der Saal voll ist und die Zuschauenden auf die Vorstellung warten. Und darum möchte Gilbert («Schilbär») endlich beginnen. Und zwar ganz von vorn. Von da vorn, wo dem Land der kleine Wilhelm geboren wurde. Natürlich muss Oleg den kleinen Willi spielen, was diesem noch ganz gut gefällt, denn damit kommen seine wahren Talente endlich zur Entfaltung. Und so spielen, kalauern und witzeln sich Gilbert & Oleg durch die Tellspiele zu Mogelsberg, in denen immer wieder etwas passiert, was nicht vorgesehen ist, auch, dass Gessler am Ende einfach nicht tot sein will.

Das Duo Gilbert (Andreas Vettiger) und Oleg (Dominik Rentsch) mimt, blödelt, zaubert und kalauert schon seit 19 Jahren durch die Schweiz. Was ihr Genre ist, lässt sich nicht einfach fassen: Es ist Clownerie, Comedy, Zauberei, Theatralik, Musik und Varieté vereint in einem. Oleg ist der lustige und spitzbübische Hanswurst, Gilbert der Besonnene und der Chef mit den Zaubertricks. Gewandt schlüpfen die beiden in die verschiedensten Rollen – für ein währschaftes Tellspiel braucht es mindesten 45 Darstellende – und agieren dabei stets nah am darstellerischen Abgrund. Das ist beste Unterhaltung für einen entspannten Samstagabend, doch leider blieb das grosse, noble Theaterpublikum zu Hause. (mhu)

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