Die Suche nach dem «Warum?»

AUSSERRHODEN. «Die FDP muss künftig ganz anders auftreten», sagt Willi Eugster, Co-Präsident der Ausserrhoder FDP. Nach dem Sitzverlust im Nationalrat beginnt die Analyse. Auch der nicht gewählte Kandidat nennt Gründe für das Scheitern.

Roger Fuchs
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Am Sonntagnachmittag im Wahlstübli: FDP-Nationalratskandidat Markus Bänziger (rechts) mit Wahlkampfleiterin Monika Bodenmann. Dazwischen Walter Grob, Gemeindepräsident von Teufen, und halb sichtbar Willi Eugster, Co-Präsident der FDP AR. (Bild: mge)

Am Sonntagnachmittag im Wahlstübli: FDP-Nationalratskandidat Markus Bänziger (rechts) mit Wahlkampfleiterin Monika Bodenmann. Dazwischen Walter Grob, Gemeindepräsident von Teufen, und halb sichtbar Willi Eugster, Co-Präsident der FDP AR. (Bild: mge)

«Am Ende hat es nicht gereicht, ich akzeptiere dies sportlich», schreibt der nicht gewählte FDP-Nationalratskandidat Markus Bänziger auf Facebook. Auf Anfrage ergänzt er, immer davor gewarnt zu haben, als Favorit dargestellt zu werden. Wer in einen Wahlkampf trete, müsse auch damit rechnen, zu verlieren.

Mehr Basisarbeit

Die Frage nach dem «Wie weiter?» wird sich nun insbesondere die FDP-Kantonalpartei stellen müssen. Gemäss Co-Präsident Willi Eugster muss grundsätzlich über die Parteitätigkeit nachgedacht werden. «Es braucht mehr Basisarbeit», sagt Eugster. Zudem fügt er an, dass die Ausserrhoder FDP «pointierter, häufiger und themenorientierter» auftreten müsse. Kurzum: Die Partei müsse ihr Profil besser zum Ausdruck bringen. Strategische Diskussionen zur Zukunft laufen bereits seit der verlorenen Regierungsratswahl. Bis Anfang Januar sollen Resultate vorliegen.

Co-Präsident Willi Eugster wie auch Co-Präsidentin Monica Sittaro reflektieren nach der Wahlniederlage auch ihre eigene Rolle. Heute sei aber nicht der Zeitpunkt für eine Aussage zu einem allfälligen Rücktritt, sagt Eugster. «Doch dass ich mir diese Frage stelle, darf man erwarten.» Monica Sittaro sagt, dass sie sich als Co-Präsidentin für das Resultat mitverantwortlich fühle. Vorerst müsse nun aber das Ganze auf konstruktive Art reflektiert werden. «Einfach aus einer Situation herauszulaufen, ist nicht konstruktiv.»

Von nationalen Emotionen

Bei der weiteren Suche nach den Gründen für den Ausserrhoder Sitzverlust der FDP fällt im Gespräch mit Willi Eugster wie auch mit der FDP-Wahlkampfleiterin Monika Bodenmann auch das Stichwort Flüchtlingsproblematik. «Dieses Thema hat der SVP sicher geholfen», so Eugster. Oder wie es Bodenmann formuliert: «Das Wahlresultat ist ein von nationalen Themen und Emotionen geprägter Entscheid.»

Der nicht gewählte Nationalratskandidat Markus Bänziger kann diesen Aussagen zustimmen. Gleichzeitig ergänzt er, dass es ein sehr gutes Kandidatenfeld gegeben habe. Insbesondere Jens Weber von der SP habe einen starken Auftritt gehabt und eine massive Kampagne gefahren.

Entschädigungsaffäre

Markus Bänziger, der im Teufner Gemeinderat sitzt, gibt sich zudem überzeugt, dass ihn die medienwirksame Teufner Entschädigungsaffäre ebenfalls Stimmen gekostet hat. «Und dies, obwohl ich nicht im Geringsten darin involviert war. Im Gegenteil: Seit Eintritt in den Gemeinderat habe ich mich für eine Klärung eingesetzt», sagt Bänziger. Auf jeden Fall will der FDP-Mann im Gemeinderat von Teufen bleiben. Einfach wird es für dieses Gremium aber nicht. «Der Gemeinderat hat viel Vertrauen verloren, und es stellt sich die Frage, ob und wie der Gemeinderat wieder die Handlungsfähigkeit erlangt», sagt Bänziger.

Persönlich will er nun vorwärtsschauen. «Mein Team hat sehr gute Arbeit geleistet, ich habe auf den Podien inhaltlich überzeugt. Deshalb bin ich jetzt auch nicht verbittert.» Das Resultat tue aber weh für alle, die ihn unterstützt und gewählt hätten.