Die sozialen Medien nerven

Ich habe es getan: habe meine Konten bei Facebook, Twitter & Co. deaktiviert. Dabei war ich ein fleissiger Konsument der sozialen Medien. Stundenlang konnte ich mir die Meldungen anschauen. Schliesslich gibt es immer wieder Interessantes zu entdecken.

Patrik Kobler
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Appenzeller (Bild: Patrik Kobler)

Appenzeller (Bild: Patrik Kobler)

Ich habe es getan: habe meine Konten bei Facebook, Twitter & Co. deaktiviert. Dabei war ich ein fleissiger Konsument der sozialen Medien. Stundenlang konnte ich mir die Meldungen anschauen. Schliesslich gibt es immer wieder Interessantes zu entdecken. Hier wird ein spannender Artikel verlinkt, da auf ein besonderes Ereignis hingewiesen. Ausserdem erfährt man so einiges aus dem Alltag seiner Mitmenschen.

Trotzdem: Die sozialen Medien nerven. Wie viele Daten über einen gesammelt werden, schlägt dem Fass den Boden aus. Ein Student hat nachgefragt, was so alles über ihn abgespeichert wurde. Erhalten hat er einen ganzen Papierstoss. Erschreckend. Selbst, wenn man als stinknormaler Bürger nichts zu verbergen hat. Freilich gibt es den stinknormalen Bürger nicht, sondern bloss den Konsumenten. Deshalb muss sein Verhalten bis ins letzte Detail analysiert sein.

Auch wenn die sozialen Medien nerven, so habe ich mich doch schwergetan, meine Profile zu löschen; sofern sie denn überhaupt gelöscht sind, wer weiss das schon. Ich habe nie nachgesehen, sonst wird am Ende der ganze Plunder noch reaktiviert. Als ich jedenfalls mein Facebook-Profil deaktiviert habe, kam der Hinweis, welche Menschen mich vermissen würden. Das ist perfid, fällt das Abschiednehmen doch auch hier schwer. Man weiss, dass man so die letzte Verbindung zu Menschen trennt, die einem vielleicht mal nahe standen. Ausserdem hatte ich Bedenken, was ich wohl alles verpassen würde. Die Welt spielt sich heute im Netz ab. Nach anfänglichem Zögern habe ich dann aber die Reissleine gezogen. Einige Wochen später kann ich nun sagen: Ich vermisse die sozialen Medien nicht.