Die Schule Stein muss zeitnah erweitert werden – die Stimmbürger wissen das, aber zeigen sich zurzeit investitionsscheu

Die Abstimmung über den Projektierungskredit für die Schulerweiterung in Stein kommt zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Während über Steuereinbussen und -erhöhungen wegen Corona sowie über Gemeindefusionen diskutiert wird, sollen die Steinerinnen und Steiner einen Projektierungskredit über 215'000 Franken gutheissen.

Miguel Lo Bartolo
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Die öffentliche Versammlung fand in der Mehrzweckanlage statt.

Die öffentliche Versammlung fand in der Mehrzweckanlage statt.

Bild: PD

Die Schule muss erweitert werden. Darüber sind sich am Mittwochabend, an der öffentlichen Versammlung in der Mehrzweckanlage Stein alle Anwesenden einig. Zum Projektierungskredit von 215'000 Franken sollen die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen am 27. September Ja sagen – so die Empfehlung des Gemeinderats.

Im Schnelldurchlauf wird das Projekt von diversen Beteiligten vorgestellt. Den anwesenden Einwohnern fehlt dabei vor allem eines: eine klar definierte mittel- bis langfristige Investitionsstrategie seitens des Gemeinderates. Denn zu Zeiten, in denen von Steuereinbussen wegen Corona die Rede ist und gleichzeitig über Gemeindefusionen spekuliert wird, wollen Investitionen nicht überstürzt werden – dies der Tenor, der bei der abschliessenden Fragerunde dominierte.

Keine «Pflästerlipolitik» mehr

Die Räumlichkeiten bieten wenig Freiheiten, die Schülerzahlen steigen tendenziell eher an. 2022 erwartet man rund 40 Oberstufenschüler, die sich ohne Erweiterungsbau in einer einzigen Klasse, in einem Schulzimmer eingepfercht zurechtfinden müssten – «eine Zumutung», findet Schulleiter Thomas Jakob. Darüber hinaus würden die in die Jahre gekommenen Schulzimmer keine modernen Unterrichtsformen zulassen.

Was an zusätzlichen Kapazitäten gebraucht werde, legte eine Machbarkeitsstudie dar: Es handelt sich um zwei zusätzliche Klassenzimmer und zwei Gruppenräume sowie einen Lift und behindertengerechte sanitäre Anlagen. Im dreistöckigen Erweiterungsbau des beauftragten Architekturbüros sei dies alles berücksichtigt – so auch der Anschluss an die bereits bestehenden Räumlichkeiten. Der Gemeinderat spricht von einer «eleganten Lösung».

Siegfried Dörig, Gemeindepräsident Stein.

Siegfried Dörig, Gemeindepräsident Stein.

Bild: Karin Erni

Die geschätzten Baukosten betragen drei Millionen Franken. In der Fragerunde richtete sich die Bevölkerung mit diversen Bedenken an den Gemeinderat. Gewisse bauliche Unschönheiten in der Gemeinde würden zu kurz kommen, so zum Beispiel der Kindergarten. Man befürchtete, dass sich die Ausgaben für bauliche Projekte in Zukunft unkontrolliert häufen würden.

Die Steinerinnen und Steiner forderten an der Versammlung konkret den Gemeindepräsidenten Siegfried Dörig auf, künftig eine längerfristige Strategie präsentieren und nicht nur einzelne Posten zu behandeln. Einer der Votanten sprach von «Pflästerlipolitik», die der Gemeinderat betreibe. Dem Anliegen will der Gemeinderat an der nächsten Versammlung entgegenkommen, sagte Dörig.

Hinweis

Die nächste öffentliche Orientierungsversammlung findet am 11. November statt.