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Die Schule muss funktionieren

«Schulentwicklung spaltet Gemüter», Ausgabe vom 29. Dezember 2017.

Wenn sechs bewährte Lehrer kündigen, ist das ein Alarmsignal. In Ebnat-Kappel musste der Schulleiter seinen Hut nehmen. Damit ist die Ursache des Konflikts klar. Ende gut, alles gut? Hat niemand einen Fehler gemacht? Wer sich auf den Internetseiten des Schulleiters umschaut, merkt sofort, dass ein derart vielschichtiger Mensch nicht an eine normale Schulleiterstelle passt. Die Erklärung der Fehlbesetzung steht in seiner eigenen Darstellung des Gill-Intermezzos auf seiner Website: «Ab Sommer 2016 wurde ich für die Entwicklung in Richtung einer potenzialentfaltenden Schule nach Ebnat-Kappel berufen und amtete dort als Teilzeit-Schulleiter und Schulentwickler für ein Jahr.»

«Schulentwicklung» ist ein Reizwort. Die Mode geht auf die 70er Jahre zurück, als man versuchte, «Summerhill» auf die öffentliche Schule zu übertragen. Nun ist sie in der Deutschschweiz zu einer gut rentierenden Industrie geworden, die verdrängt, dass bei allen Veränderungen von der Schiefertafel- zur Laptop-Klasse am Schluss immer die Lehrerin im Klassenzimmer etwas Positives für ihren Unterricht gemacht hat.

Die Schule muss primär funktionieren und die vielen Aufgaben, die ihr aufgebürdet wurden, bestmöglich erfüllen. Unterrichten von Frühenglisch bis Zeichnen, von Leseförderung bis Medienkompetenz. Erziehen: Anstand, Konzentration, Zusammenleben. Integration von Migrantenkindern, Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und ihren schwierigen Eltern. – Die Schule hat sich stark entwickelt, meist nach dem Motto «Es muss besser werden, wenn es anders werden soll.» Schulentwickler meinen: «Es muss anders werden, damit es besser werden kann.»

Zurück zur Affäre: Man hat den Potenzialentfalter nach Ebnat-Kappel geholt, damit er wirke wie ein Eishockey-Coach. Vernünftig wäre, den Schulleiter in der Rolle eines Schiedsrichters zu sehen. Er pfeift, wenn Regeln verletzt werden, sorgt aber sonst für ein flüssiges Spiel. Will der Schulrat Ebnat-Kappel, statt optimale Rahmenbedingungen für die Volksschule zu schaffen, weiterhin mit alternativen Ideen und Trends wie Potenzialentfaltung experimentieren? Dann müsste er das kommunizieren und die Meinung der Bürger aufnehmen, aber nicht in einer sterilen Budgetgemeinde.

Die Schule ist kein Perpetuum mobile. Nicht nur das Geld ist begrenzt, auch Energie und Geduld von Schulleitungen, Lehrpersonen und vor allem die Kinder sind es.

Hans Peter Dreyer, Berglistrasse 58, 9642 Ebnat-Kappel

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