Die Schreiner sind auf Kurs

Auch am vierten und letzten Vorwettkampf der Schweizer Meisterschaft der Schreiner zeigten die Appenzeller Stärke: Peter Müller, Roman Grögli und Peter Enzler bauten ihren Vorsprung aus.

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Das Spitzentrio Peter Enzler (3. Platz), Roman Grögli (2. Platz) und Peter Müller (1. Platz). (Bild: pd)

Das Spitzentrio Peter Enzler (3. Platz), Roman Grögli (2. Platz) und Peter Müller (1. Platz). (Bild: pd)

Zihlschlacht. Der 18jährige Peter Müller konnte den vierten Vorwettkampf für sich entscheiden, indem er in nur sechseinhalb Stunden und hoch konzentriert ein komplexes Holzobjekt geschreinert hat. Mit wenigen Punkten Abstand folgen ihm Roman Grögli aus Speicherschwendi und Peter Enzler, Appenzell, auf dem zweiten und dritten Rang. Die Gesamtwertung über alle Vorwettkämpfe zeigt somit Peter Müller als klaren Favoriten für die Schweizer Meisterschaft, die im September in St. Gallen stattfindet (siehe Kasten).

Die Konkurrenz lässt sich jedoch nicht entmutigen. «Es ist noch nichts entschieden, wir haben alle noch Chancen auf den Gesamtsieg. Es hat schon letztes Jahr Überraschungen am Finale gegeben, weil dort 80 Prozent der Punkte vergeben werden», meint Benjamin Baechler aus Onnens (Freiburg), der aktuell den vierten Platz belegt.

Mit viel Power Punkte sammeln

In Zihlschlacht standen die Mitglieder der Nationalmannschaft vor einer grossen Herausforderung: Die jungen Schreiner mussten ein dreiteiliges Objekt erstellen, wobei sie keinen Gesamtplan, sondern nur jeweils einen Plan für ein Teilstück erhalten haben. Erst am Schluss konnten sie die drei komplexen Teile zusammenfügen und kontrollieren, ob sie zuvor präzise genug gearbeitet hatten – und so musste an manchen Orten bis zur letzten Minute nachgeschliffen und ausgebessert werden.

Auch der letzte Vorwettkampf wurde zudem für 45 Minuten für eine Spezialaufgabe unterbrochen. Beim Power-Schreinern konnten die neun jungen Männer zeigen, dass sie nicht nur genau, sondern auch schnell arbeiten können. Auch hier konnte Peter Enzler Punkte sammeln. In nur 24 Minuten hat er einen Melkschemel für Kinder mit Dreifachzapfen gefertigt.

Alle neun Nachwuchsschreiner liessen sich vom anwesenden Publikum in der Werkstatt der Emil Kreis AG nicht aus der Ruhe bringen und begeisterten mit ihrem Geschick. Auch Heinz Schadegg, Jurymitglied und Schreinermeister aus Weinfelden, lobt: «Es ist wirklich beeindruckend, zu sehen, welche Leistung sie beim Power-Schreinern und während dem ganzen Tag vollbrachten. Die Jungen sind hoch motiviert und machen ihre Arbeit mit Freude.

» Die neun Mitglieder der Nationalmannschaft haben sich Anfang Jahr gegen rund 900 andere junge Schreinerinnen und Schreiner durchgesetzt.

Letzte Hürde in St. Gallen

Nach den vier Vorwettkämpfen in St. Gallen, Bulle, Bern und Zihlschlacht wird das Final der Schweizer Meisterschaft mit Spannung erwartet. Dieses findet vom 3. bis 7. September im Rahmen der Ostschweizer Bildungsmesse OBA in St. Gallen statt und wird die Nachwuchsschreiner wiederholt fordern.

Nicht nur ein Schweizer Meister ist gesucht, sondern sowohl der beste Möbelschreiner als auch der beste Massivholzschreiner. In beiden Bereichen erhalten die Kandidaten je eine Aufgabe, die über jeweils zwei Tage gelöst wird. Die Sieger werden nach London reisen und die Schweizer Schreiner an den Berufsweltmeisterschaften World Skills 2011 vertreten. (pd)

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