Die schönsten Dörfer der Schweiz: Trogen und Schwellbrunn treten in erlauchten Kreis ein

Die Ausserrhoder Gemeinden Trogen und Schwellbrunn sind Mitglieder des Vereins «Die schönsten Schweizer Dörfer». Sie werden nun in einem Buch geehrt.

Smilla Bühler
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Mittelland; Gemeinden Ausserrhoden; Trogen; Lokales; Trogen Gemeinde Dorf Dorfansicht

Mittelland; Gemeinden Ausserrhoden; Trogen; Lokales; Trogen Gemeinde Dorf Dorfansicht

Martina Basista

Sie scheinen etwas zu haben, das sie von anderen Dörfern abhebt. Trogen und Schwellbrunn werden im neu veröffentlichen Band «Borghi d’Europa» (Europäische Dörfer) als zwei von 16 schönsten Schweizer Dörfern geehrt. Herausgeber der Sammelwerke ist der renommierte DeAgostini Verlag, geschrieben wurde die neuste Ausgabe von Francesco Cerea in Zusammenarbeit mit Kevin Quattropani, dem Präsidenten des Schweizer Vereins «Die schönsten Schweizer Dörfer».

Nach französischem und italienischem Vorbild 2015 in Lugano gegründet, verfolgt der Verein das Ziel, «die ausgewählten Dörfer zu schützen, zu fördern und zu vernetzen». Um dem Titel eines der schönsten Schweizer Dörfer gerecht zu werden, müssen diese gewisse Bedingungen erfüllen. Quattropani erklärt:

«Neben einem intakten historischen Kern und einer ansprechenden Lage, müssen die Gemeinden einen Willen zur Vernetzung mit anderen Kommunen an den Tag legen.»

Die Mitgliedschaft im Verein wächst

Des Weiteren darf die Einwohnerzahl der Gemeinde nicht über 10000 liegen und das Dorf sollte ein bestimmtes kulturelles, landwirtschaftliches und historisches Erbe vorweisen können. Entsprechen die Dörfer diesen Qualitäten, so erfolgt eine Einladung zur Mitgliedschaft seitens des Vereins. 2017 wurde Trogen zum offiziellen Mitglied der «schönsten Schweizer Dörfer», Schwellbrunn folgte ein Jahr später.

Quattropani zeigt sich erfreut: «In nur fünf Jahren haben 39 Schweizer Dörfer unsere Vision geteilt und sind dem Verein beigetreten. Seit Kurzem ist sogar Triesenberg im Fürstentum Liechtenstein Mitglied.» Der Verein ist ausserdem Teil der internationalen Föderation der «schönsten Dörfer der Welt».

Die Gemeindepräsidenten sind erfreut

Für Trogen und Schwellbrunn ist die Widmung eine Freude. Ueli Frischknecht, Gemeindepräsident von Schwellbrunn, ist sich sicher, dass die Erwähnung zum «überregionalen Ansehen Schwellbrunns» beiträgt. Unabhängig davon stand Schwellbrunn bereits 2017 im Rampenlicht, als es beim nationalen Wettbewerb von «Schweizer Illustrierte», «L'illustré» und «il Caffè» zum schönsten Dorf der Schweiz gekürt wurde. Frischknecht sagt überzeugt:

«So ein Titel bleibt natürlich bestehen.»
Ueli Frischknecht, Gemeindepräsident Schwellbrunn

Ueli Frischknecht, Gemeindepräsident Schwellbrunn

Bild: PD

Auch in Trogen ist die Haltung äusserst positiv. Für Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr zeichnet sich die Mitgliedschaft im Verein besonders durch einen aktiven, wertvollen Austausch und überregionale Beziehungen aus. «Ich kannte das Vereinskonzept bereits vom französischen Pendant und konnte eine Schweizer Gründung nur begrüssen. Bei den Gründern handelt es sich um engagierte junge Leute, die den Verein aus persönlicher Motivation und mit Leidenschaft organisieren».

Dorothea Altherr, Gemeindepräsidentin Trogen

Dorothea Altherr, Gemeindepräsidentin Trogen

Bild: PD

Was aber macht Trogen und Schwellbrunn besonders? In Schwellbrunn ist Frischknecht überzeugt, das Dorf könne mit der speziellen Topografie punkten. «Die Lage Schwellbrunns ist im Appenzellerland einzigartig. An einem Ende hat man Sicht auf den Alpstein, auf der anderen Seite blickt man dem Bodensee entgegen», erklärt der Gemeindepräsident. Auch das Dorfbild ist interessant: Die weitum sichtbare Kirche sticht in der Landschaft markant heraus. In Trogen klingt es ähnlich: «Besonders der anschauliche Ortskern prägt das Dorf.» Der Landsgemeindeplatz wird derzeit neu gepflastert, die Bauarbeiten sollen kommenden November beendet sein.

Deutsche Ausgabe ist in Planung

Bisher gibt es die Lektüre, in welcher Trogen und Schwellbrunn erwähnt sind, in italienischer und englischer Auflage. Noch ist unklar, ob irgendwann eine deutsche Version folgen wird. «Wir verhandeln momentan mit einem Schweizer Verlag», sagt Vereinspräsident Quattropani.