"Die schönste Art, auch mal keine Fische zu fangen"

Die Mitglieder des Fischereivereins Neckertal haben an ihrer HV letzen Samstag dem Antrag zugestimmt, einen Streckenabschnitt entlang des Neckers temporär bis 2020 als reine Fliegenrutenstrecke zu nutzen. Der Präsident des Fischereivereins Neckertal Reto Brüllmann erklärt die Technik des Fliegenfischens.

Timon Kobelt
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Reto Brüllmann, Präsident Fischereiverein Neckertal. (Bild: PD)

Reto Brüllmann, Präsident Fischereiverein Neckertal. (Bild: PD)

Reto Brüllmann, was muss ein Laie unter Fliegenfischerei verstehen?

Beim Fliegenfischen wird auf Lebendköder verzichtet. Man verwendet Kunstköder, um die Bewegungen von Insekten, die auf dem Wasser treiben, zu imitieren. Diese Köder werden mit dem Oberbegriff Fliegen betitelt.

Was ist das Spezielle an dieser Art der Fischerei?

Es ist eine etwas schwieriger zu erlernende aber sehr ästhetische Wurftechnik. Die Kunstköder sind sehr leicht, daher muss rein mit dem Schnurgewicht der Fliegenrute eine Bewegung herbeigeführt werden. Der Schwerpunkt der Fliegenrute ist sehr weit hinten, weshalb Handgelenk und Unterarm als Verlängerung der Rute zu verstehen sind. Die Bewegung der Rute kommt aus dem Ellenbogengelenk und aus den Schultern. Die Fliegenrute ist sehr leicht und filigran, daher lässt sie sich ohne grossen Kraftaufwand führen. Die Fangquote ist aber eher tief. Ich sage gerne: Es ist die schönste Art, auch mal keine Fische zu fangen.

Warum wollen Sie diese Technik im Verein fördern?

Zunächst einmal wollen wir nicht zwei Klassen von Fischern schaffen. An einem Streckenabschnitt, an dem nur mit Fliegenruten gefischt werden darf, treffen sich diejenigen eher, die sich an dieser Technik interessieren und können sich vermehrt austauschen. Ausserdem wollen wir analysieren, wie es sich auf den Fischbestand auswirkt, wenn bei einem Abschnitt keine Lebendköder eingesetzt werden.