Die Säntisabfahrt mit dem Velo

Die Kollegen bei und pk haben hier bereits ihre Velotour-Erlebnisse niedergeschrieben. Jetzt bin ich an der Reihe. Denn ich habe mir vor kurzer Zeit einen neuen «Hobel» gekauft. Es ist kein Rennvelo, sondern ein Mountainbike.

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Bild: Martina Basista

Bild: Martina Basista

Die Kollegen bei und pk haben hier bereits ihre Velotour-Erlebnisse niedergeschrieben. Jetzt bin ich an der Reihe. Denn ich habe mir vor kurzer Zeit einen neuen «Hobel» gekauft. Es ist kein Rennvelo, sondern ein Mountainbike.

Der vergangene Sonntag und die angenehmen Temperaturen eigneten sich optimal, das neue Gefährt auszutesten. Von Herisau ging es los in Richtung Schwägalp. Eine Strecke zum Einfahren, geeignet dafür, die Muskeln aufzuwärmen. Einen ersten, nicht eingeplanten Zwischenstop musste ich in Urnäsch einlegen. Das Schweizer Radio und Fernsehen wollte ein Interview von mir. Sie hatten extra ihr ganzes technisches Equipment der Live-Sendung zur Alpabfahrt dort gelassen, um mit mir zu reden. Etwa drei Minuten nach dem Gespräch traf ich bereits auf der Schwägalp ein. Gekonnt nahm ich den direktesten Weg in Richtung Säntisgipfel. Zugegeben, es ging ein wenig steil aufwärts, für mich und mein neues Mountainbike war das jedoch überhaupt kein Problem. Ich stoppte die Zeit: Nach genau 12 Minuten und 32 Sekunden sass ich bereits im Panorama-Restaurant. Glücklich über das Geschaffte und besonders darüber, dass jetzt mit der Säntisabfahrt der schöne Teil der Tour kommen sollte, gönnte ich mir ein Rivella. Ein mir Unbekannter am Tisch fragte mich, wieso ich mein Mountainbike mit der Bahn auf den Säntis transportiert hätte. «Ich bin hinaufgefahren», sagte ich. Das könne er nicht glauben, erwiderte er und widmete sich seiner Ovomaltine. Ich kümmerte mich nicht gross drum und sass wenig später bereits wieder fest im Sattel. In einem Mordstempo flitzte ich den Säntis auf der anderen Seite hinunter, vorbei an gefährlichen Abgründen, Murmeltieren und verlorenen Skistöcken.

Beim Seealpsee angekommen, traf ich auf meine Kollegen, die bei einem Bier in grossen Tönen von ihren Touren über den Rotsteinpass oder über die Kreuzberge erzählten. Innerlich lächelte ich darüber und war froh, endlich einmal die Säntisabfahrt gemacht zu haben.

Markus Fässler