«Die richtigen Leute treffen»

Wird eine Herisauerin Miss Ostschweiz? Nadine Reich weiss, was in dem Jahr auf sie zukommen würde und hofft, dadurch als Model weiterzukommen. Die Sozialpädagogin könnte sich auch einen Job im Gefängnis vorstellen.

Ueli Abt
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HERISAU. In der Finalnacht am Samstag seien die Haare dann noch röter, sagt Nadine Reich. Die Farbe stehe nicht allen. «Ich fühle mich wohl damit.» Und es bringe Vorteile. Die 21jährige Herisauerin ist in der Kartei einer Modelagentur, bei Auftraggebern seien rothaarige Models gefragt.

Bisher «intensive Zeit»

Reich ist eine der neun Kandidatinnen, die am kommenden Wochenende an der Wahl zur Miss Ostschweiz teilnehmen. Die Vorbereitungen gingen Anfang Jahr los. «Es war eine intensive Zeit», sagt Reich, die neben ihrem Studium in Sozialpädagogik noch einen Nebenjob in einem Kleidergeschäft hat.

Erhält sie das Ostschweizer Krönchen, so wird sie auch in den nächsten zwölf Monaten beschäftigt sein – die Agenda bestimmen die Sponsoren. Nebst einigen Unternehmen und Produkten aus dem Beauty- und Modebereich sind das unter anderem auch ein Möbelhaus, eine Garage sowie Firmen aus dem Eventbereich. «Wir wissen alle, bei was wir uns angemeldet haben», sagt Reich.

Hoffen auf hilfreiche Kontakte

Teilgenommen hat sie, weil sie neue Erfahrungen sammeln und neue Leute kennenlernen will; «die richtigen Leute», wie sie gleich ergänzt. «Es wäre schön, wenn sich durch die Teilnahme etwas ergeben würde», sagt sie – sei das punkto Modeln oder im Bereich Moderation.

Reich wäre nicht die erste Miss aus dem Appenzellerland: Letztmals hatte 2010 mit Michelle Schefer aus Trogen eine Appenzellerin das Amt inne.

Die Werkstudentin wohnt seit frühster Kindheit in Herisau. Ihren Wohnort findet sie «mega schön». Ihr gefällt die persönliche Atmosphäre. «Herisau ist ein Dorf, man kennt sich.» Insbesondere schätzt sie, dass man schnell im Grünen sei. Andererseits gelange man per Bahn auch schnell in Zentren wie St. Gallen oder Zürich.

Rasch an den See per Auto

Reich besitzt den Fahrausweis. Das trifft sich gut, bekäme sie doch als Miss Ostschweiz von einem der Sponsoren einen Mazda für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Praktisch wäre das und bequem – zum Beispiel, um am Wochenende schnell an den Bodensee zu gelangen. Denn sie liebt das Wasser. In der Kindheit trainierte sie bis zu fünfmal im Schwimmclub. Surfen und Wakeboarden sind heute ihre liebsten Ferienaktivitäten. Letzteres übt sie gelegentlich in Deutschland aus, wo es dafür auf künstlichen Seen spezielle Schlepplifte gibt. Eine weitere Leidenschaft ist das Singen, auch damit begann sie in der Kindheit. Zunächst gehörte sie einem volkstümlichen Chörli an, wechselte dann in einen Jugendchor. Seit zwölf Jahren nimmt sie Gesangsunterricht.

Vielfältige Berufsmöglichkeiten

Täglich pendelt sie nach St. Gallen, wo sie an der Fachhochschule Sozialpädagogik studiert. Derzeit kann sie sich vorstellen, nach der Ausbildung in der Jugendpsychiatrie zu arbeiten – und später vielleicht auch einmal in einem Gefängnis. «Ich liebe Herausforderungen», sagt sie, den Berufsalltag dort stellt sie sich hart vor. Vorerst will sie anderswo Berufserfahrung sammeln, vielleicht auch im Suchtbereich. «Das Schöne an meinem Studium ist, dass es so viele Möglichkeiten gibt.»

Bleibt abzuwarten, was sich aus der Teilnahme an der Miss-Ostschweiz-Wahl noch ergibt – vielleicht führt diese sie beruflich in eine ganz andere Richtung.

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