Die Altersheim-Retter sind bekannt

Die Casa Solaris AG aus Wil übernimmt ab dem kommenden Jahr das Altersheim Büel in Stein. Zugleich will sie auch den Neubau im Gebiet Paradiesli weiterverfolgen. Dort gibt es leichte Projektanpassungen.

Astrid Zysset
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Mario Wild, Heimleiter, Siegfried Dörig, Gemeindepräsident, Marco Wäckerlig, Gemeinderat und Präsident der Altersheimkommission, Oliver Hofmann, CEO Casa Solaris AG, und Clovis Défago, Eigentümer Casa Solaris AG. (Bild: ASZ)

Mario Wild, Heimleiter, Siegfried Dörig, Gemeindepräsident, Marco Wäckerlig, Gemeinderat und Präsident der Altersheimkommission, Oliver Hofmann, CEO Casa Solaris AG, und Clovis Défago, Eigentümer Casa Solaris AG. (Bild: ASZ)

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Casa Solaris AG übernimmt den Betrieb des Altersheims Büel und will auch den Neubau im Gebiet Paradiesli realisieren. Heute stellte die Gemeinde die neue Betreiberin den 15 Bewohnerinnen und Bewohnern des "Büels" sowie den Mitarbeitenden vor. Marco Wäckerlig, Gemeinderat und Präsident der Altersheimkommission: «Die Stimmung ist gut. Sämtliches Personal hat in Aussicht gestellt, dass es bleiben wird.» Ab dem 1. Januar 2019 übernimmt die Casa Solaris AG den Betrieb im "Büel" auf eigene Rechnung. Alle Arbeitsverträge würden 1:1 weitergeführt, verspricht CEO Oliver Hofmann. Auch die Tarife bleiben dieselben. Nur soll der zuvor defizitäre Betrieb kostendeckend werden. Damit das möglich wird, erlässt die Gemeinde die Miete, Synergien innerhalb der Casa Solaris AG sollen genutzt werden und Hofmann spricht offen aus, dass bald das Engagement des jetzigen Heimleiters ad interim, Mario Wild, aufgelöst wird. Wild ist 69 Jahre alt. Hofmann will die Heimleitung in einem Teilzeitpensum von Gossau aus leiten. Dort führt er bereits einen Betrieb der Casa Solaris AG. Zusammen mit Niederuzwil sind es aktuell zwei Niederlassungen, die das Wiler Familienunternehmen sein eigen nennt.

Mit Appenzellerland schon länger geliebäugelt

Im Gebiet Paradiesli ist ein neues Pflegeheim mit 32 Plätzen samt 12 bis 15 Alterswohnungen geplant. Der Neubau sollte ursprünglich durch eine Genossenschaft finanziert werden, doch das Projekt scheiterte. Zu wenig finanzielle Mittel kamen zusammen. Noch vor drei Wochen sprach der Gemeinderat davon, dass das gemeindeeigene Altersheim Büel geschlossen werden muss – jenes sollte nämlich nur noch so lange bestehen bleiben, bis die Nachfolgelösung in Form des Neubauprojektes realisiert ist. Kaum war der Entscheid kommuniziert, nahm die Casa Solaris AG Kontakt mit dem Gemeindepräsidenten Siegfried Dörig auf. «Einen Tag nachdem wir die Schliessung verkünden mussten, hatte ich schon eine E-Mail in meinem Posteingang», erinnert jener sich. Dann ging alles ganz schnell: Gespräche wurden geführt, Vereinbarungen getroffen. Schliesslich lag die schriftliche Zusage vor, dass das Wiler Unternehmen das Büel übernehmen und die Neubaupläne im "Paradiesli" weiterverfolgen wird. Allerdings wird das Projekt leicht überarbeitet: Die Zimmer und das Restaurant werden vergrössert, die Abläufe angepasst. Die äusserlichen Dimensionen des Neubaus bleiben jedoch bestehen. «Wir können leider nicht auf einer grünen Wiese mit der Planung beginnen, da die Verfahren schon fortgeschritten sind», so Clovis Défago, Eigentümer der Casa Solaris AG. Der Teilzonenplan wie auch der Gestaltungsplan liegen derzeit öffentlich auf. Défago räumt ein, dass er ein Neubauprojekt im Appenzellerland «schon länger auf dem Radar» gehabt und die Geschichte rund um die gescheiterte Finanzierung des "Paradieslis" auf Genossenschaftsbasis mitverfolgt habe. Darum konnte sein Unternehmen so kurzfristig reagieren. Er stellt in Aussicht, dass der Neubau Ende 2021 bezugsbereit sein wird, und dass es eine Tarifanpassung geben wird. Die befinde sich aber «im regionalen Umfeld». Die Gemeinde ist vom Betrieb des "Büels" ab nächstem Jahr finanziell entbunden. Was nach dem Umzug ins "Paradiesli" mit der Liegenschaft geschehen soll, ist noch unklar.