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«Die Reka hatte ein goldenes Händchen»

Nachgefragt

Über 50000 Logiernächte werden im Reka-Feriendorf Urnäsch seit dessen Eröffnung im März 2008 jedes Jahr generiert. Grossen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte hat Stefan Frischknecht. Der ehemalige Gemeindepräsident und heutige Geschäftsführer der Feriendorf Urnäsch AG über das Leuchtturmprojekt in Appenzell Ausserrhoden.

Wie ist der Erfolg des Reka-Feriendorfs Urnäsch zu erklären?

Die Basis ist, dass die Urnäscher etwas Nachhaltiges realisieren wollten. In den 90er-Jahren steckte die Gemeinde in einer Krise, da verschiedene Textilunternehmen verschwunden waren. Experten meinten, es sei nicht machbar, elf Millionen Franken unverzinsliches Kapital für eine Ferienanlage zu beschaffen. Ich sagte stets: «Wenn wir es schaffen, ist es fast wie ein Wunder, und schaffen wir es nicht, so ist es eben kein Wunder.»

Was brauchte es, um das Wunder wahr zu machen?

Rund 900 Aktionäre, davon 300 aus Urnäsch. Eine beachtliche Zahl, angesichts rund 2300 Einwohnern. Wir überzeugten die Leute, dass das Feriendorf für Urnäsch eine Entwicklungsmöglichkeit darstellt. Wichtig war, dass der Kanton von Anfang an involviert war und kräftig mitzog. Der Mietvertrag mit der Reka war die Lebensversicherung des ganzen Projekts.

Wie kam die Idee eines Feriendorfes überhaupt auf?

Das grosse Glück war, dass die Gemeinde das Grundstück in den 80er-Jahren zum Zweck der wirtschaftlichen Entwicklung gekauft hatte. Mitte der 90er-Jahre wurden an «Küchentischgesprächen» Ideen geboren. Die Landwirtschaftliche Beratungsstelle Lindau machte mit Urnäschern Potenzial für einen sanften, naturnahen Tourismus aus. Darauf wurde eine Arbeitsgruppe beauftragt, ein konkretes Projekt zu erarbeiten – statt wie meist üblich, ein touristisches Entwicklungskonzept für die Schublade zu produzieren. Max Nadig, damals externer Berater der Arbeitsgruppe, stellte den Kontakt zur Reka her.

Wie reagierte die Schweizerische Reisekasse auf die Idee aus Urnäsch?

Nach einer Analyse stufte die Reka Urnäsch als touristisch eher schwachen Ort ein, als Ein-Saison-Destination mit touristischem Potenzial im Sommer.

Weshalb eignete sich der «schwache Ort» doch für ein Reka-Feriendorf?

Entscheidend war die Idee der Thematisierung unter dem Motto «Bei Tieren und Bauern», basierend auf den bäuerlichen Familienbetrieben und den bei uns gelebten Traditionen.

Nun machen jedes Jahr rund 7000 Personen Ferien im Feriendorf Urnäsch. Es gehört zu den Spitzendestinationen der Reka.

Der Erfolg ist grösser, als alle es je gedacht hätten. Mit der Wahl des Gastgeberpaares hatte die Reka ein goldenes Händchen. Besser vernetzt sein im Dorf als Hanskoni und Lisbeth Frischknecht kann man nicht. Dazu kommen die involvierten Bauern, die ein starkes Programm für die Gäste anbieten.

Was bringt das Feriendorf der Gemeinde Urnäsch?

Das Selbstbewusstsein ist gestiegen und die Feriengäste bringen Leben ins Dorf. Die jährlich 7000 Gäste entsprechen rund 140 zusätzlichen Einwohnern. Diese tragen die Infrastruktur der Gemeinde mit. Alle Geschäfte, die ein Angebot kreiert haben, profitieren. Umgekehrt geben die Urnäscher den Gästen viel. Die Antworten der Gästebefragungen zeigen, dass sich die Gäste in Urnäsch wohlfühlen, das fängt beim «Grüezi» auf der Strasse an. Im Vorfeld hatte es auch kritische Stimmen gegeben. Es gab Ängste, dass zu viele Fremde oder überhaupt keine Gäste kämen.

Die Reka ist bis 2033 Mieterin des Feriendorfes. Was kommt danach?

Seitens der Feriendorf Urnäsch AG sind wir zufrieden mit der Mieterin. Die Reka bringt das gewünschte Gästesegment ins Dorf. Wir hoffen, dass die heutigen kleinen Gäste dereinst mit ihren eigenen Familien Ferien in der Anlage verbringen werden. Und das Feriendorf Urnäsch ist eine der besten Kühe im Stall des Reka-Angebots. Wir gehen davon aus, dass die Reka diese Spitzenkuh kaum schlachten wird – also Vertragsverlängerung.

Heute findet im Reka-Feriendorf die Jubiläums-GV mit rund 230 Gästen statt. Was bedeutet Ihnen das?

Für mich ist es sehr speziell. Ich bin froh, dass das Feriendorf von Anfang an gut gelaufen ist. Dankbar bin ich für die Unterstützung, die ich fürs Projekt erhalten habe und dass wir einen Kontrapunkt zur damaligen Identitätskrise im Kanton setzen konnten. Es ist schön, konnten wir in Urnäsch eine Idee umsetzen in ein Angebot, das getragen wird von den Gästen. Sie bestätigen, dass die Region touristisches Potenzial hat. (mc)

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