Die rascheste Verbindung kostet 50 Prozent mehr

DICKEN. Mit dem Fahrplanwechsel verschlechtern sich die Anschlüsse von Dicken in Richtung Flawil und Wil. Die rascheste Verbindung führt neu über Herisau und Gossau. Weil sie mehr Zonen berührt, ist sie teurer. Post-Auto Ostschweiz sagt, man habe den Fahrplan auf die S-Bahn ausgerichtet.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen
Gottfried Meier bedauert den schlechteren Anschluss nach Flawil. (Bild: Martin Knoepfel)

Gottfried Meier bedauert den schlechteren Anschluss nach Flawil. (Bild: Martin Knoepfel)

38 Minuten dauert jetzt die Fahrt im Postauto von Dicken nach Flawil. Sieben Minuten entfallen auf das Umsteigen in Degersheim, ein schlanker Anschluss. Die Reise unternimmt zum Beispiel, wer einen Krankenbesuch im Spital Flawil macht oder den Intercity in Richtung Winterthur besteigt.

Schlechterer Anschluss

Am späteren Nachmittag benötigt man für die gleiche Strecke allerdings 58 Minuten, da man in Degersheim fast eine halbe Stunde wartet. In der Gegenrichtung dauert es am Morgen länger, während die Fahrt am Nachmittag nur 32 Minuten beansprucht. Der schlanke Anschluss in Degersheim ist bald Geschichte, genauer mit dem Fahrplanwechsel vom Sonntag, 13. Dezember. Neu dauert die Reise 53 oder sogar 83 Minuten. Das gilt für die, die weiter den direkten und mit 5.80 Franken billigsten Weg mit Umsteigen in Degersheim wählen. Nur ein Kurs über Mittag bietet eine Verbindung mit 38 Minuten.

Das ärgert den Dickler Gottfried Meier. Er ist passionierter Bahnfahrer und GA-Besitzer. Die Änderung sei vor allem für ältere Leute ein Nachteil. Dickler, die ein Spital aufsuchten müssten, würden meist nach Flawil oder Wattwil gehen, sagt er.

Dass die Reise künftig länger dauert, hat mit dem Anschluss in Degersheim zu tun. Künftig trifft der Bus von Dicken wenige Minuten nach Abfahrt des Busses 751 nach Flawil in Degersheim ein. In 46 bis 47 Minuten kommt man mit der Bahn via Herisau und Gossau ans Ziel. Dafür zahlt man aber 9.40 Franken. (Alle Angaben gelten für eine Ostwind-Tageskarte 2. Klasse mit Halbtax-Abo). Immerhin kriegt man für sein Geld etwas, darf man doch drei verschiedene Züge benutzen. Mit 52 Minuten länger als bisher dauert ab nächster Woche auch die Fahrt in der Gegenrichtung. Der Grund ist wieder das Warten in Degersheim.

«Nach St. Gallen ausgerichtet»

Walter Schwizer ist Leiter der Post-Auto-Region Ostschweiz. Die Mehrzahl der Passagiere im Postauto von Dicken nach Degersheim seien Schüler oder Lehrlinge, deren Ziel St. Gallen sei. Man habe den Fahrplan zusammen mit dem Amt für Öffentlichen Verkehr überprüft und für gute Anschlüsse an die S-Bahn angepasst. Heute müssten Fahrgäste in Richtung St. Gallen in Degersheim 15 bis 20 Minuten warten.

Heute gibt es täglich eine Verbindung Dicken-St. Gallen in 35 Minuten. Sonst benötigt man für die Reise 40 bis 50 Minuten. Im neuen Fahrplan wurden in der Tat verschiedene Verbindungen so beschleunigt, dass die Reisezeit nur noch 35 Minuten beträgt. Zu verdanken ist das den schlanken Anschlüssen mit fünf Minuten Umsteigezeit in Degersheim. Via St. Peterzell und Herisau geht es länger. Neu wird an Wochenenden die Strecke Degersheim–Hemberg mit einem Bus bedient. Karl Schwizer erklärt das mit Einsparungen. Unter der Woche brauche es hingegen wegen der Schule zwei Fahrzeuge.

Aktuelle Nachrichten