Die Pro Senectute nimmt Fahrt auf

REGION. Die Pro Senectute will ihre Rolle als «Anlaufstelle für Altersfragen» mehr betonen. Dafür begibt sich die Organisation auf vier Räder – mit einem Bus. Auch in der Region Wil und Toggenburg kommt dieser ab Sommer zum Einsatz.

Ursula Ammann
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Jean-Pierre Sutter, Präsident des Regionalkomitees, Daniela Lütolf, Leiterin Begegnung und Austausch, Peter Baumgartner, Vorsitzender Stellenleitung, und Agnes Heiniger-Gmür, Leiterin Hilfe und Betreuung. (Bild: Ursula Ammann)

Jean-Pierre Sutter, Präsident des Regionalkomitees, Daniela Lütolf, Leiterin Begegnung und Austausch, Peter Baumgartner, Vorsitzender Stellenleitung, und Agnes Heiniger-Gmür, Leiterin Hilfe und Betreuung. (Bild: Ursula Ammann)

«Wir wollen näher zu den Leuten», sagt Peter Baumgartner. Damit spricht der Vorsitzende Stellenleitung der Pro Senectute Wil und Toggenburg das Projekt «Pro Senectute Mobil» an. Mit einem Camper-Bus als mobile Beratungsstelle – für jede Regionalstelle im Kanton St. Gallen wird ein solcher angeschafft – will die Organisation einen niederschwelligen Zugang zu ihren Angeboten schaffen.

Hemmschwelle senken

Sich beraten zu lassen, ist für viele Menschen mit einer Hemmschwelle verbunden. «Wenn eine Pensionärin beim Einkauf an unserem Bus vorbeikommt, stellt sie vielleicht auch einmal eine Frage, die sie sonst nicht stellen würde», erklärt Baumgartner. In der Region Wil und Toggenburg wird der Bus ab Sommer unterwegs sein. Dies hauptsächlich an belebten Plätzen und bei Anlässen. Das Mobil ist ausgerüstet mit einer Stellwand mit Flyern und einem Arbeitsplatz mit Internetzugang.

Beratung und Dienstleistungen

Mit dem Busprojekt möchte die Pro Senectute ihre Rolle als «Anlaufstelle für Altersfragen» stärker im Bewusstsein der Gesellschaft verankern. Neben Beratungen bietet die unabhängige Sozialorganisation aber auch unzählige Dienstleistungen an – sei es die Hilfe im Haushalt, beim Ausfüllen der Steuererklärung oder im Umgang mit dem neuen Tablet-Computer. Die Nachfrage nach den Angeboten der Pro Senectute Wil und Toggenburg war auch im vergangenen Jahr ungebrochen. Im Bereich «Hilfe und Betreuung» nahmen die Einsatzstunden in der «Haushilfe» und der «Haushilfe plus» erneut zu. 27 950 Stunden wurden hier im vergangenen Jahr geleistet. Das sind rund 2500 Stunden mehr als noch im Vorjahr. Auch im Bereich «Information und Beratung» verzeichnete man eine Zunahme gegenüber 2013. So gab es im vergangenen Jahr 608 Beratungen, 40 mehr als im Vorjahr. Dafür wurden insgesamt 2982 Stunden aufgewendet (2013: 2859 Stunden). Beratungen bietet die Pro Senectute gratis an. Kosten fallen erst an, wenn aus der Beratung Dienstleistungen hervorgehen wie etwa das Ausfüllen von Steuererklärungen. Deren Anzahl hat ebenfalls zugenommen. 439 waren es im Jahr 2014, 418 im Jahr 2013. Im administrativen Dienst stieg die Zahl der Mandate von 40 auf 47. An den Kursen, welche die Pro Senectute Wil und Toggenburg im Bereich «Begegnung und Austausch» anbot, nahmen 2014 knapp 1400 Personen teil. «Insbesondere im IT-Gebiet sind wir dran, immer wieder neue Angebote zu schaffen», sagt Peter Baumgartner. Diese müssten ständig den heutigen Bedürfnissen angepasst werden. Als Beispiel nennt er den Umgang mit Tablet-Computern.

Die Pro Senectute als «Anlaufstelle für das Älterwerden» stehe aber nicht nur Seniorinnen und Senioren zur Verfügung, betont Jean-Pierre Sutter, Präsident des Regionalkomitees. «Unsere Adressaten sind auch die Angehörigen.» Diese zu entlasten sei ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der Pro Senectute. Nach wie vor stelle der demographische Wandel und die damit verbundene Zunahme der Demenzpatienten eine grosse Herausforderung für die Zukunft dar, sagt Jean-Pierre Sutter. «Die Arbeit wird uns nicht ausgehen.»

Mit Camperbussen möchte die Pro Senectute Kanton St. Gallen einen niederschwelligen Zugang zu ihren Angeboten schaffen. (Bild: pd)

Mit Camperbussen möchte die Pro Senectute Kanton St. Gallen einen niederschwelligen Zugang zu ihren Angeboten schaffen. (Bild: pd)

Mit Camperbussen möchte die Pro Senectute einen niederschwelligen Zugang zu ihren Angeboten schaffen. (Bild: pd)

Mit Camperbussen möchte die Pro Senectute einen niederschwelligen Zugang zu ihren Angeboten schaffen. (Bild: pd)

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