Die Präsidentin des Volkskundemuseums Stein tritt zurück und wird Ehrenmitglied

An der Generalversammlung wählen die Genossenschafter Madeleine Messmer als Nachfolgerin von Simone Tischhauser.

Lukas Pfiffner
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Madeleine Messmer hat Simone Tischhauser als Präsidentin abgelöst.

Madeleine Messmer hat Simone Tischhauser als Präsidentin abgelöst.

Bild: Lukas Pfiffner

Sie sei damals – 2012 – zwar eine fleissige Museumsbesucherin gewesen, habe aber keine Ahnung vom Museumsbetrieb gehabt, berichtete Simone Tischhauser vom Start in ihr Amt. An der Generalversammlung der Genossenschaft Appenzeller Volkskunde-Museum Stein vom Freitagabend gab sie das Präsidium nun an Madeleine Messmer ab und wurde (wie Willy Ringeisen) für langjährige Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. 32 Stimmberechtigte hatten sich für die Versammlung im Medienraum des Museums eingefunden.

Ereignisreiche Amtszeit

Mit grossem Engagement, Kenntnis von Kultur und Kunst sowie breiter Vernetzung sei Simone Tischhauser in einer ereignisreichen Phase der Genossenschaft vorgestanden, sagte Louis Slongo, Mitglied des Verwaltungsrates. Sie habe die Verwaltung mit Wertschätzung und Dankbarkeit geführt. Geschäftsführerin Sandra Nater sprach von wunderbaren Jahren, auch «wenn wir manchmal Unerfreuliches zu bewältigen hatten». Tischhauser und Slongo betonten die gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern und Organisationen. Sie blickten auf die Sonderausstellungen und einige Momente in Tischhausers Amtszeit zurück wie das 30-Jahr-Jubiläum, die Einweihung des Vorplatzes oder die spektakuläre «Züglete» der Stickmaschine von Lina Bischofberger.

Baulich einiges notwendig

Nachfolgerin Madeleine Messmer (Stein) gehört seit 2018 der Verwaltung an. Sie bedankte sich für die einstimmige Wahl. Sie gehe mit hoher Motivation, aber auch Respekt an die Aufgabe heran. Die Besucherzahl lag im Jahre 2019 mit 11’618 höher als 2018 (10'519). Dennoch und trotz grosser Unterstützung durch die Gönnervereinigung, Stiftungen und im vergangenen Jahr durch ein grösseres Legat schloss die Rechnung bei einem Aufwand von rund 413'000 Franken mit einem Minus von 44'000 Franken. Das Thema Finanzen und der Spardruck hätten leider ihre ganze Amtszeit mitgeprägt, meinte Simone Tischhauser. Vor allem im Bereich des baulichen Unterhalts und der Reparaturen gebe es bei einem über 30jährigen Gebäude natürlich immer wieder etwas zu erledigen. Das Budget sieht einen Ausgabenüberschuss von rund 61'000 Franken vor.

Ein gebündeltes Miteinander?

Die neue Präsidentin sei in Arbeiten und Sitzungen im Zusammenhang mit der Machbarkeitsstudie «Kantonales Museum» eingebunden gewesen. «Wir haben in den verschiedenen Museen sehr viel Erhaltenswertes», berichtete Tischhauser. Ein gut gebündeltes Miteinander wäre eine grosse Chance für den Kanton, ergänzte sie. Sie sei zuversichtlich, dass das federführende Amt für Kultur die Phase zwei mit Elan anpacken werde. Mit Josef Schweizer (der Präsident der Gönnervereinigung bleibt) trat ein zweites Mitglied aus dem Verwaltungsrat zurück. Diesen wolle man aufstocken, um den Betrieb «lebendig» zu erhalten, war zu hören. Mit Kristin Schmidt (St.Gallen), Charles Lehmann und Ernst Meier (beide Stein) liessen sich drei Personen wählen.

Nach den traktandierten Geschäften berichtete die Steiner Pfarrerin Irina Bossart aus lokalpolitischer Perspektive über die «Steiner Heillandschaft en miniature».