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Doodle statt Nominationsversammlung: Die Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden verzichten auf eine Wahlempfehlung

Wegen Terminkollision organisieren die Parteiunabhängigen AR keine Nominationsveranstaltung und holen die Meinung ihrer Mitglieder stattdessen per Onlineumfrage ab. Klare Ergebnisse bietet diese nicht.
Alessia Pagani
Wer soll im Bundeshaus politisieren? Die Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden geben ihren Mitgliedern keine Wahlempfehlung ab. (Bild: Benjamin Manser)

Wer soll im Bundeshaus politisieren? Die Parteiunabhängigen Appenzell Ausserrhoden geben ihren Mitgliedern keine Wahlempfehlung ab. (Bild: Benjamin Manser)

Im Vorfeld von Wahlen gilt immer das gleiche Prozedere: Parteien, politische Gruppierungen, Lesegesellschaften und Interessengruppen laden die Kandidierenden ein, um sich ein Bild über diese zu machen. Es folgen die Wahlempfehlungen, also die Entscheide für oder eben wider einen Kandidierenden. Sämtliche Parteien Ausserrhodens haben für die National- und Ständeratswahlen vom 20. Oktober ihre Wahlempfehlungen abgegeben. So weit so gut.

Auffällig in diesem Jahr: Die Parteiunabhängigen (PU) Appenzell Ausserrhodens verzichten auf eine Wahlempfehlung. Dies wirft Fragen auf. Wie PU-Präsident Andreas Zuberbühler sagt, habe die Gruppierung im Hinblick auf die kommenden nationalen Wahlen auf eine ausserordentliche Mitglieder- und damit auf eine Nominationsversammlung verzichtet, stattdessen wurde die Meinung der PU-Mitglieder via Onlineumfrage mit Doodle ermittelt. Dies, weil der vorgesehene Termin eine Terminkollision bei Jennifer Abderhalden und David Zuberbühler verursacht hätte.

Andreas Zuberbühler, Präsident PU AR (Bild: PD)

Andreas Zuberbühler, Präsident PU AR (Bild: PD)

Damit sich die Parteiunabhängigen dennoch ein Bild der Antretenden machen konnten, wurden die Mitglieder angehalten, die Wahlpodien in Heiden und Gais oder jene der Lesegesellschaft Reute zu besuchen. Andreas Zuberbühler möchte nicht von einem Versäumnis seitens der PU AR sprechen. «Für uns ist das ein gangbarer und guter Weg», so der Präsident der Parteiunabhängigen. Die Meinungsbildung entstehe nicht einzig an eigenen Podien. «Dass dieser Weg als unseriös angesehen werden kann, ist legitim. Wir haben das allerdings schon mehrfach erfolgreich so gehandhabt.» Auch bei Vernehmlassungen holen die PU AR demnach regelmässig die Meinung ihrer Mitglieder online per Doodle-Umfrage ab.

Zuberbühler knapp vor Abderhalden

Bei der jetzigen Umfrage konnte SVP-Nationalrat David Zuberbühler einen Drittel der Stimmen auf sich vereinen, FDP-Kandidatin Jennifer Abderhalden nur unwesentlich weniger. 36 Prozent der PU-Mitglieder votierten für Stimmfreigabe. Im Hinblick auf die Ständeratswahlen sei ebenfalls die Mehrheit der Mitglieder für Stimmfreigabe gewesen. Reto Sonderegger (SVP), der ohne Unterstützung seiner Partei antritt, erhielt einen Stimmenanteil von zehn Prozent. Andrea Caroni von der FDP einen solchen von knapp 40 Prozent. «Deshalb haben wir keine Wahlempfehlung abgegeben», so Andreas Zuberbühler.

Seit längerem bekannt ist, dass die Parteiunabhängigen keine eigenen Kandidatinnen oder Kandidaten für die nationalen Wahlen gefunden haben. Als Hauptgrund dafür nennt Andreas Zuberbühler vor allem die finanzielle Belastung für die Antretenden. Zuberbühler rechnet mit mindestens 60000 bis 80000 Franken, die ein seriöser Wahlkampf kosten würde. «Wir sind als Verein organisiert und haben dieses Geld schlicht nicht. Eine Kandidatin oder ein Kandidat müsste stark ins eigene Portemonnaie greifen, was die Bereitschaft für eine Kandidatur nochmals verringert», so Andreas Zuberbühler.

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