Die «ORF – Lange Nacht der Museen» expandiert in die Ostschweiz

HEIDEN. Bereits zum 15. Mal lädt der Österreichische Rundfunk ORF dieses Jahr zur «Langen Nacht der Museen». Zehntausende von Besuchern lassen sich von der Idee begeistern und pilgern per Gratis-Transport zu den zahlreichen Kunst- und Kulturattraktionen in ganz Österreich.

Karin Erni
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Für Kinder gibt es im Dunkeln allerhand Spannendes zu entdecken und ein Rätsel zu lösen. (Bild: pd)

Für Kinder gibt es im Dunkeln allerhand Spannendes zu entdecken und ein Rätsel zu lösen. (Bild: pd)

HEIDEN. Bereits zum 15. Mal lädt der Österreichische Rundfunk ORF dieses Jahr zur «Langen Nacht der Museen». Zehntausende von Besuchern lassen sich von der Idee begeistern und pilgern per Gratis-Transport zu den zahlreichen Kunst- und Kulturattraktionen in ganz Österreich. Zum ersten Mal überschreitet man dieses Jahr die Grenze zur Schweiz. Den Anfang macht der nordöstlichste Zipfel zwischen Rorschach und Heiden, vom Museum Würth und dem Kornhaus über das Bierglasmuseum in Rorschacherberg bis zum Museum Heiden und dem Henry-Dunant-Museum.

Kurzfristig eingeplant

«Die Anfrage, ob wir mitmachen wollen, kam erst vor einigen Monaten», erzählt der Kurator des Museums Heiden, Andres Stehli. Aber man habe trotz der kurzen Vorbereitungszeit ein attraktives Programm zusammenstellen können. Noch nicht ganz glücklich ist Stehli mit dem öffentlichen Verkehr: «Der funktioniert dieses Jahr leider noch nicht grenzüberschreitend.» Die Besucher fahren aber mit dem Museumsticket kostenlos zwischen Rorschach und Heiden hin und her. «Wir hoffen, dass viele Leute kommen und ein reger Austausch zwischen den Ausstellungsorten stattfindet, das heisst viele Heidler nach Rorschach fahren und umgekehrt.»

Von «Bö» bis Taschenlampen

Von 18.30 bis 23.30 Uhr finden im Museum Heiden in regelmässigen Abständen Führungen statt. So gibt Werner Meier, ehemaliger Chefredakteur des «Nebelspalters», Einblick in das Schaffen des bekannten Karikaturisten «Bö», der in Heiden lebte und im Rorschacher «Nebelspalter» mit spitzem Stift gegen die Nazis ankämpfte. Der St. Galler Stadtarchivar Stefan Sonderegger beleuchtet die Auferstehung Heidens nach dem Dorfbrand. Andres Stehli führt anhand von Postkarten um 1900 auf unterhaltsame Weise durch das Dorf. Zwischen 18.30 bis 22.15 Uhr bietet das Museum eine Spurensuche mit Wettbewerb für Kinder im «unheimlichen Taschenlampenmuseum» an. Mit Taschenlampen folgen Kinder allein oder mit Eltern oder Grosseltern im stockdunklen Tiermuseum den Fussspuren und entdecken Gegenstände, die hier nichts zu suchen haben. Gleichzeitig gilt es, sich sonderbare Geräusche zu merken. Auch im Historischen Museum passt einiges nicht, und es werden Fragen gestellt, die sich bei Aufmerksamkeit alle lösen lassen. Wer das abschliessende Rätsel löst, gewinnt einen Preis.

Lumpenlieder im Zug

Im Henry-Dunant-Museum findet die Sonderausstellung «Was zählt der Mensch» statt. Besucher gehen dort mit Hilfe von iPads auf Entdeckungsreise zur Genfer Konvention von 1864, begegnen dem Krieg und seinen Opfern und spüren dem humanitären Völkerrecht nach. Zwischen 18 und 22 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit, persönlich die Peace-Bell, die Friedensglocke von Nagasaki, zu läuten.

Mit dem «ORF – Lange Nacht der Museen»-Ticket zum Preis von 7 Franken kann von 18 bis 1 Uhr die Appenzeller Bahn auf der Strecke Rorschach–Heiden kostenlos benützt werden und der Eintritt in alle Museen samt Aktivitäten ist frei. Als zusätzliches Schmankerl ist die Sängerin Barbara Camenzind an Bord, die mit Akkordeonbegleitung Lumpenlieder zum Besten gibt.