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Die Oase wird entrümpelt

Fassaden, Leitungen und Brunnenanlage im inneren Klosterhof sollen saniert werden. Das Projekt ist komplex, denn der Hof dient einerseits der Erschliessung, anderseits ist er ein Ort der Ruhe.
Beda Hanimann
Der Otmarbrunnen (vorne) bleibt, die runde Brunnenanlage (linke Bildhälfte) wird neu gestaltet. (Bild: Ralph Ribi)

Der Otmarbrunnen (vorne) bleibt, die runde Brunnenanlage (linke Bildhälfte) wird neu gestaltet. (Bild: Ralph Ribi)

In stoischer Ruhe stehen Desiderius und Mauritius im inneren Klosterhof. Die beiden Heiligenfiguren flankieren den Eingang zur Galluskapelle und blicken in den Hof, das wohl ruhigste Areal im Stiftsbezirk, das den Klosterhof mit dem Platz zwischen Stiftsbibliothek und Klosterbistro verbindet. Das einzige Geräusch ist meist das Plätschern des kleinen Springbrunnens.

In den nächsten Jahren jedoch wird die Ruhe von Desiderius und Mauritius gestört sein. Im inneren Klosterhof stehen Sanierungsarbeiten an, das Katholische Kollegium hat in seiner Sitzung vom 15. November über einen Kredit von 2,9 Millionen Franken zu befinden. Thomas Franck, der Verwaltungsdirektor des katholischen Konfessionsteils, spricht von einer «komplexen Baustelle».

Unter dem Platz kreuzen sich unzählige Leitungen

Dass Sanierungsbedarf besteht, bekommen Passanten vor allem bei Regenwetter mit. Da entstehen auf dem schadhaften Bodenbelag rasch grössere Pfützen. Aber auch bei trockenem Wetter sind die Platten und das Kopfsteinpflaster zu Stolpersteinen geworden. Das Projekt sieht eine einheitliche, ruhige Pflästerung vor. Ausserdem wird der Hof entrümpelt, wie Franck bei einer Begehung erläutert. Die Betonblumenkübel verschwinden, stattdessen sollen kleine Bäume gepflanzt werden. «Es werden schlanke, lichte Zierbäume sein, damit die Wirkung des Hofraums erhalten bleibt. Eine Buche oder eine Linde wären hier fehl am Platz», sagt Franck.

Das zentrale Gestaltungselement, der Springbrunnen, bleibt erhalten. «Auf Plänen kann man bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen, dass da immer ein Springbrunnen war», sagt Franck. Neu gestaltet wird jedoch die kreisförmige Anlage um den Brunnen. Sie wird offener sein, das Mäuerchen wird abgesenkt und auf vier Seiten geöffnet, so entstehen neue Sitzgelegenheiten.

Grosse Arbeiten stehen auch quasi eine Etage tiefer an. Unter dem Pflaster des inneren Klosterhofs kreuzen sich die verschiedensten Leitungen, es gibt sogar einen 250jährigen Stollen, durch den einst die Abwasser des Klosters zur Steinach geleitet wurden. Im Zug der Sanierungen sollen bestehende Leitungen entflochten und erneuert werden.

Das dritte Teilpaket betrifft die Fassaden der verschiedenen Flügel, in denen sich die Galluskapelle, die Bischofswohnung und -büros, die Verwaltung der diözesanen Musikschule, das Bischöfliche Ordinariat, die Büros der Katholischen Administration, das Generalvikariat sowie die Wohnungen des Dompfarrers, des Sakristans und des Generalvikars befinden.

Abschluss der Sanierungsstafette

Ein grosser Posten bei der Fassadensanierung sind die Fenster. 119 Fenster, die meist aus den 1950er-Jahren stammen und den energetischen Anforderungen nicht mehr genügen, müssen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erneuert werden. Die Bemalung des Sandsteins der Fensterstürze wird entfernt.

Der innere Klosterhof sei ein Platz, bei dem auf vieles Rücksicht genommen werden müsse, sagt Franck: «Einerseits ist das ein funktionaler Platz, über den die verschiedenen Flügel erschlossen werden. Anderseits ist es ein Ort der Ruhe.» Das Projekt respektiert die Tatsache, dass die einzelnen Flügel aus verschiedenen Jahrhunderten stammen. Insgesamt soll der Hof freundlicher wirken, das «etwas Kasernenhafte», wie Franck sagt, soll eliminiert werden.

Weil nur in der warmen Jahreszeit gearbeitet werden kann und der Hof ununterbrochen zugänglich sein muss, erfolgt die Sanierung in drei Etappen. Nächstes Jahr wird mit dem Untergrund begonnen, 2018 folgen die Fassaden, 2019 die eigentliche Platzgestaltung. Dann wird die Stafette grösserer Sanierungen im Stiftsbezirk abgeschlossen sein.

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