Die «Neuen» hatten das Wort

Thomas Merz (SP) beklagt den Mangel an Restaurants. Michael Steiger (FDP) vermisst Turnhallen mit Normmassen in Wattwil. Andreas Stauffacher (SVP) plädiert für günstige Wohnungen. Karin Kläger (CVP) ist für eine gute Schule.

Martin Knoepfel
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Thomas Merz (SP, links) und Michael Steiger (FDP) kandidieren als Gemeinderäte von Wattwil.

Thomas Merz (SP, links) und Michael Steiger (FDP) kandidieren als Gemeinderäte von Wattwil.

WATTWIL. Die Wattwiler Ortsparteien der CVP, FDP, SP und SVP luden am Donnerstag in den Thurpark zur Vorstellung der Kandidaten für die kommunalen Wahlen. Rund 40 Personen kamen. Im Zentrum des Abends, den Esther Friedli (SVP) moderierte, standen die vier «Neuen». Eingangs plädierte Thomas Vögeli dafür, dass die Parteien Kandidaten für die Behörden suchen. Für die Gestaltung in den Bereichen, in denen die Gemeinden noch Spielraum hätten, müssten die gesellschaftlich relevanten Kräfte zusammenwirken. Diese würden von den Parteien verkörpert.

Sicht der Behörde erfahren

Karin Kläger-Breitenmoser (CVP) kandidiert als Schulrätin. Sie war als Lehrerin und Schulleiterin tätig und engagierte sich im Volleyball. Sie möchte die Perspektive der Behörde kennenlernen. Wichtig sei eine gute Ausbildung für die Kinder. Die Kinder müssten im Mittelpunkt stehen. «Die Lehrkräfte brauchen gute Arbeitsbedingungen», sagte sie. Karin Kläger ist dagegen, dass man neu in die Behörde geht und alles ändern will. Sie wundert sich aber, dass die Kindergartenkinder von der Grüenau zum Turnen in die Risi gehen müssen.

Schulratspräsident Norbert Stieger (FDP) erläuterte, dass nur die Grüenau-Halle, die aber überbelegt sei, Normmasse habe. Wenn auf dem Rietwisareal Aussensportanlagen und eine Sporthalle gebaut würden, löse das das Hallenproblem für 40 Jahre. Aus Platzgründen müsse die Oberstufe im Zentrum sein.

Ziele der Kandidaten

Thomas Merz (SP) ist nach sieben Jahren in Zürich vor zwei Jahren nach Wattwil zurückgekehrt. Er ist Werkzeugmacher und seit dem Frühling in einer Auszeit, um «zu sein» und sich neu zu orientieren. Er beklagt, dass es im Zentrum wenige Restaurants gibt und dass das Zentrum «tot» ist, wenn die Läden zu sind. Ein lebendiges Zentrum sei wichtig, wenn man Zuzüger gewinnen wolle. Thomas Merz pflegt den Modellbau mit Lego. Die Yburg hat er aber noch nicht nachgebaut, sagte er auf eine Frage von Esther Friedli.

Michael Steiger (FDP) ist mit 28 Jahren der jüngste der vier «Neuen», die, wie Esther Friedli feststellte, alle weniger als 40 Jahre alt sind. Michael Steiger bildete sich neben der Tätigkeit als Hochbauzeichner zum Architekten weiter. Er möchte sich für die Entwicklung seiner Wohngemeinde einsetzen. Da er beruflich viel mit den Behörden zu tun hat, will er auch die Behördenseite kennenlernen. Er engagierte sich bisher vor allem im Turnverein, etwa im OK des Toggenburger Turnfests 2017. In diesem Zusammenhang monierte er, dass es keine Anlage gebe, die der Norm entspreche.

Andreas Stauffacher (SVP) ist als einziger der vier «Neuen» kein Ur-Wattwiler. Er findet, dass Familienväter in den Gemeinderat gehören und will die Entwicklung mitgestalten. In Wattwil werde viel gebaut, aber es gebe nur wenige Wohnungen, die ein Handwerker bezahlen könne. Es sei nicht wünschbar, dass nur teure Wohnungen gebaut werden, die dann leer stünden, sagte er. Es brauche günstige Wohnungen im Zentrum, damit Familien dort leben können. Sonst sei das Zentrum tagsüber tot, sagte er. Er kann sich vorstellen, Bauherren von Mehrfamilienhäusern zu verpflichten, einen Anteil günstiger Wohnungen zu erstellen. Das «Casablanca» sei für Normalbürger unbezahlbar.

Baubeginn 2017?

Aus dem Publikum kam eine einzige Frage, nach der Zukunft der Baustelle neben dem Bahnhof. Alois Gunzenreiner (CVP) sagte, dass das Projekt «Corso» nach der Vorprüfung durch den Kanton stark überarbeitet werden musste. Der Gemeindepräsident hofft, dass die Bauarbeiten 2017 beginnen. Wegen des Neubaus der Kanti würden sich die Fussgängerströme bis in 15 Jahren von der Näppis-Ueli-Strasse zur Rietwisbrücke verlagern.

Andreas Stauffacher (SVP) kandidiert für den Gemeinderat. Karin Kläger-Breitenmoser (CVP) möchte neu in den Schulrat. (Bilder: Martin Knoepfel)

Andreas Stauffacher (SVP) kandidiert für den Gemeinderat. Karin Kläger-Breitenmoser (CVP) möchte neu in den Schulrat. (Bilder: Martin Knoepfel)

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