Die Nachteile überwiegen

Leserbrief zur Abstimmung über die Fusion der Gemeinden Ganterschwil und Bütschwil.

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Leserbrief zur Abstimmung über die Fusion der Gemeinden Ganterschwil

und Bütschwil.

Synergien nutzen, Kosten sparen, die Verwaltung professionalisieren und das bei tieferen Steuern. Gemeindefusionen scheinen in der heutigen Zeit ein Allerheilmittel zu sein. Für die anstehende Abstimmung zur Fusion der Gemeinden Ganterschwil und Bütschwil scheuen sich die Behörden nicht davor, lang und breit über die Vorteile der Vereinigung zu berichten. Die vorgebrachten Argumente erscheinen jedoch in der Detailbetrachtung vage und wenig fundiert. Eine objektive, ausgewogene Information der Bürgerinnen und Bürger findet nicht statt.

Weshalb soll denn eine Verwaltung mit gleichem Personal, lediglich durch eine Fusion professioneller und leistungsfähiger werden? Gibt es denn neben den Kosteneinsparungen keine Zusatzaufwendungen, die es zu berücksichtigen gilt? Wie die Realität zeigt, können nur bei den wenigsten Fusionsprojekten die erhofften Synergien genutzt werden. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Vereinigung zu einer reinen Zusammenfassung der Verwaltungen verkommt. Zudem werden die Vorteile kleiner Verwaltungen schlichtweg vergessen. Grössere Verantwortung der Amtsleiter, weniger verschiedene Ansprechpartner und die pragmatische Betreuung und Beratung der Bürgerinnen und Bürger sind gewichtige Argumente, die zu berücksichtigen sind. In den letzten Jahren erleben wir einen regelrechten Fusionswahn im Kanton. Überall werden im Vorfeld die Vorteile gelobt und die Nachteile verschwiegen. Eine konkrete Überprüfung der Effekte der Fusion fand jedoch – zumindest in der Öffentlichkeit – nie statt. Es wird oft vergessen, dass die Mehrkosten kleiner Gemeinden nicht Folge ihrer Kleinheit, sondern durch gegebene Umstände entstehen. Diese können auch durch Fusionen nicht verändert werden. Eine Fusion sollte, in Anbetracht der Tragweite dieser Entscheidung, die letzte Option sein. Oftmals werden alternative Zusammenarbeitsformen zwischen den Gemeinden vergessen. Um Synergien zu nutzen, müssen Gemeinden ihre Unabhängigkeit nicht zwingend aufgeben. Die Fusion mit Bütschwil bedeutet für die Gemeinde Ganterschwil und ihre Bevölkerung einen tiefen Einschnitt. Haben wir genug Kenntnisse und Sicherheiten, um diesen Schritt zu gehen? Sollen wir unsere Unabhängigkeit aufgeben, zugunsten unsicherer Einsparungen, deren Preis wir gar nicht kennen? Nein.

Darum ermutige ich alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ganterschwil, am 27. November ein überzeugtes Nein in die Urne zu legen.

Thomas Wäspe

9608 Ganterschwil