Die Musik in die Wiege gelegt

WEISSBAD. Der elfjährige Andrin Dobler aus Weissbad hat mit seiner Violine den 1. Platz an der «Entrada» in Basel gewonnen. Er hat sich somit für den Final am Schweizer Jugendmusikwettbewerb in Lugano qualifiziert.

Karin Steffen
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Die Violine war schon immer das Wunschinstrument von Andrin Dobler. (Bild: kst)

Die Violine war schon immer das Wunschinstrument von Andrin Dobler. (Bild: kst)

WEISSBAD. «Musik ist Andrin in die Wiege gelegt worden», sagt seine Mutter, Monika Dobler. Sein Grossvater, Josef Dobler, war der legendäre Hornsepp, und sein Vater, Martin Dobler, spielt in der erfolgreichen Formation Laseyer Geige.

Vaters gute alte Violine

Die Violine war schon immer Andrins Wunschinstrument. Doch bevor er die erste Geige in die Hand nehmen durfte, musste er Blockflöte lernen. Nun nimmt Andrin bereits seit dreieinhalb Jahren Violinunterricht bei Aleksandra Andris an der Musikschule Appenzell. Er spielt nicht mehr auf einer kleineren Kindergeige, sondern darf auf einer guten alten Violine des Geigenbauers Egidius Klotz musizieren, einer Geige seines Vaters. «Es brauchte zuerst schon etwas Überwindung, eine derart wertvolle Geige einem Kind in die Hand zu geben», gibt die Mutter zu. Andrin weiss das Vertrauen jedoch zu schätzen.

Die Musik ist offenbar nicht nur Andrin in die Wiege gelegt worden, sondern auch seinen jüngeren Geschwistern. Gemeinsam mit dem Vater treten drei der vier Dobler-Kinder als Familienkapelle auf und bestreiten bereits kleinere Auftritte. Andrins Berufswunsch hat jedoch nichts mit Musik zu tun. Er möchte Landmaschinenmechaniker werden, wie sein Vater. Neben der Musik geht Andrin gerne mit seinem Onkel klettern oder im Winter mit der Familien Ski fahren.

«Wär scho no cool!»

Am Schweizer Jugendmusikwettbewerb misst sich Andrin in der Disziplin «Alte Musik vor 1750» mit je einem Satz aus Vivaldis Concerto in a-Moll und Händels Sonata in g-Moll. Begleitet wird er von einer Musiklehrerin aus dem Tessin am Cembalo. «Mir gefallen Volksmusik und klassische Stücke gleich gut», sagt der junge Musiker, «die Volksmusik liegt mir jedoch näher». An der «Entrada» hat er diese Stücke noch nach Noten gespielt, am Finale in Lugano wird er auf Noten jedoch verzichten. Von der «Entrada» zum Finale soll es eine Steigerung geben, war seine Musiklehrerin überzeugt. Andrin macht das nichts aus. Er hat bereits früh ohne Noten, einfach nach Gehör, gespielt. Falls er in Lugano gewinnen sollte, wäre das «scho no cool», sagt der talentierte Knabe und lächelt verschmitzt.

Seine Mutter ist jedoch überzeugt: «Viel wichtiger als der Sieg ist die Freude an der Musik und an der Sache!»

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