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Die Mannschaft – die Frauschaft

Warum keine Frauschaft? In einem Leserbrief wurde kürzlich leicht erbost die Frage gestellt. Ich stolperte über das Wort. Nie gehört.

Warum keine Frauschaft? In einem Leserbrief wurde kürzlich leicht erbost die Frage gestellt. Ich stolperte über das Wort. Nie gehört. In einem Duden fand ich es nicht, im Gegensatz zu Mannschaft, was im Ursprung Lehns- oder Gefolgsleute heisst und später für Schiffsbesatzung verwendet wurde. Heute wird Mannschaft fast nur im Sport gebraucht. Neugierig geworden, suchte ich im Internet. Ich fand 42 100 100 Einträge zu Mannschaft, 1 080 000 zu Damenmannschaft, 1 310 000 zu Frauenmannschaft und 31 700 zu Kindermannschaft. Es gibt Familienmannschaft, Firmenmannschaft, Buben-, Knaben- und Mädchenmannschaft.

Überraschend fand ich unter Frauschaft 75 000 Einträge, nicht alle über den Sport. Auch die Schwestern- und die Bruderschaft haben nichts mit Sport zu tun, ebenso wenig wie die Mädchenschaft. Letztere bezeichnet nur den Zustand deren Jungfräulichkeit. Vielleicht hat sich das geändert, mit der Annäherung an die Burschenschaft. Ein Buch «Die Weiberschaft» widmet sich der Geschichte der Menschheit. Zu Weiberherrschaft existieren 84 600 Einträge. Damit wird ein Zeitraum der osmanischen Geschichte bezeichnet, als Haremsfrauen einen grossen Einfluss auf die Politik ausübten: «Sie liessen sich nicht vom Leistungsprinzip oder den Interessen des Reiches leiten, sondern nach ethnischer Loyalität.»

Zu Frau und Sport fand ich ägyptische Wandmalereien aus 2600 v. Chr. mit Akrobatinnen und Ballspielerinnen. 440 v. Chr. nahm in Griechenland eine Frau, als Mann verkleidet, an einem Boxkampf teil. Als Folge mussten Kämpfer wie Trainer nackt auftreten. Während Jahrhunderten wurde von den Frauen Sitte und Anstand verlangt. Ein entblösster weiblicher Unterschenkel, schon sogar ein Fussknöchel war im höchsten Grade anstössig. Als 1898 Schweizer Turnerinnen erstmals öffentlich auftraten, sprach die Presse von «Eseleien städtischer Weibervölker». Im Auf und Ab der wechselvollen Geschichte hat die Frauschaft aber immer existiert, nur – die wenigsten kämpften um den Begriff. Es ist doch allen klar – «Frau schafft» wie auch «Mann schafft».

Esther Ferrari

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