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Die Männer fürs Grobe

Beim vorgestrigen Postraub in Gonten ist die Interventionseinheit Säntis der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden zu einem Einsatz gekommen. Wer genau steckt hinter dieser Sondereinheit?
René Rödiger
Die Interventionsgruppe Säntis rüstet sich für ihren Einsatz nach dem Postüberfall in Gonten. (Bild: Roger Fuchs)

Die Interventionsgruppe Säntis rüstet sich für ihren Einsatz nach dem Postüberfall in Gonten. (Bild: Roger Fuchs)

GONTEN. Am Mittwoch wurde die Post Gonten überfallen. Lange Zeit war nicht klar, ob sich der oder die Täter noch im Innern des Gebäudes aufhalten. Oder ob Waffen im Spiel waren. «Ein typischer Fall für die Sondereinheit Säntis», sagt Ueli Frischknecht, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. Muss von einem erhöhten Gefährdungspotenzial ausgegangen werden, kommt diese Spezialeinheit der beiden Appenzeller Kantone zum Einsatz. Dennoch ist nicht viel über die «Säntis»-Polizei bekannt. Laut Frischknecht soll das auch so bleiben. Das gebe der Sondereinheit einen taktischen Vorteil in brenzligen Situationen. «So viel sei verraten: Die Sondereinheit Säntis kommt in regelmässigen Abständen zu Einsätzen. Letztmals aktiv kommuniziert wurde ein solcher Einsatz 2011 bei der Festnahme eines Mannes in Waldstatt, der seinen Sohn in Vorarlberg umgebracht haben sollte», sagt Frischknecht.

Besonders hohe Anforderungen

Die Einheit setzt sich zusammen aus Polizisten der Kantonspolizeien Ausserrhoden und Innerrhoden, die Führung hat die Kantonspolizei Ausserrhoden. Frischknecht: «Es ist eine typische Sondereinheit mit besonders hohen Anforderungen. Die geistigen und körperlichen Fähigkeiten der beteiligten Polizisten müssen ausserordentlich sein.» Auch Frauen können Mitglied der Einheit Säntis werden, sofern sie die Anforderungen erfüllen. Wie viele Personen derzeit Mitglied von «Säntis» sind, wird nicht bekanntgegeben. Auch dies aus taktischen Gründen. «Man kann aber die Einheit mit einer Fussballmannschaft vergleichen. Es gibt einen fixen Bestand, und wenn jemand aufhört, wird die Stelle intern ausgeschrieben und man kann sich dafür bewerben», sagt Frischknecht. Die Ausbildung erfolgt zusammen mit den Mitgliedern der Sondereinheiten anderer Polizeikorps.

Auch ausserhalb der Kantone

«Nebst Übungen an verschiedenen Waffen müssen diese Polizisten auch in den Bereichen Intervention und Personenschutz eine Zusatzausbildung haben», so Frischknecht. Und natürlich wird dieses Wissen auch regelmässig getestet. «Ähnlich wie bei der Feuerwehr gibt es auch bei der Sondereinheit Säntis angekündigte und unangekündigte Alarmübungen.» Das Einsatzgebiet der Sondereinheit beschränkt sich nicht nur auf das Appenzellerland. Frischknecht: «Diese speziellen Einheiten sind schweizweit sehr gut miteinander vernetzt. Es gibt einen ständigen Erfahrungsaustausch. Und jeder Kanton kann Einheiten aus anderen Kantonen anfordern, sollte dies die Lage erfordern.» Als Beispiel für einen solchen möglichen ausserkantonalen Einsatz führt Frischknecht den Fall aus Graubünden an, wo es im Oktober in einem Bordell zu einer Geiselnahme kam.

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