Die Lösung für den Spitalverbund

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Lieber Leser, ist Ihnen bei der Lektüre der «Appenzeller Zeitung» des 30. März der Gegensatz zwischen dem – mit Mühe vielleicht doch noch weitergeführten – Spital Heiden und der glänzend gehenden, expandierenden Klinik Gais auch aufgefallen? Und die Klinik Gais ist nur eine von vielen gut gehenden privaten Kliniken, die in den letzten Jahren im Appenzellerland expandierten, während unser Spitalverbund immer tiefer in die roten Zahlen versank.

Mit etwas Ironie könnten wir uns ja fragen: « Über was beklagen wir uns eigentlich? Die Steuern der erfolgreichen Privaten finanzieren doch – auf jeden Fall teilweise – unser defizitäres kantonales Gesundheitswesen.» Klagen wir etwa, weil unsere Schulen nicht mit Überschuss gehen? Unser politisches System ist so organisiert, dass die private Wertschöpfung die öffentlichen gemeinnützigen Aufgaben finanziert.

Doch, Spass beiseite. Es ist verstimmend feststellen zu müssen, dass unsere Behörden das nicht erreichen, was so viele Private so glänzend schaffen. Fehlt es ihnen an Kreativität, an der Fähigkeit neu zu denken? Einverstanden, die Patienten der Kliniken Bellavista, Hirslanden oder Gais sind nicht die gleichen wie die der Kantonsspitäler, doch… Darf ich in aller Bescheidenheit einen Vorschlag machen? Kopieren wir die privaten Unternehmer: bauen auch wir (der Kanton) Kliniken in schönen Parks, mit hübschen Krankenschwestern und eleganten Ärzten, mit Blick auf den Säntis und auf den Bodensee, spezialisiert auf eine der vielen Modekrankheiten wie Übergewicht oder Angst vor den Runzeln und vor dem Altwerden. Gern mit alternativer Medizin, Yoga und Zen Meditation, dazu etwas Reklame in Vogue oder Elle. Und – natürlich englisch – vornehm klingende Namen wie zum Beispiel The Swiss Mountain Health Resort. Wer weiss, vielleicht würden wir danach sogar den Bundesfinanzausgleich nicht mehr benötigen.

Lorenz Tanner

Urnäscherstrasse 20, 9104 Waldstatt