Die Leistungen stimmen

WALDSTATT. Der Milchmarkt bereitet zwar vielen Bauern Sorge. Doch die Appenzeller Bauern sind mit ihren leistungsstarken Kühen immerhin gerüstet, um darin zu bestehen. Dies zeigte sich an der DV der Appenzellischen Viehzuchtgemeinschaften.

Martin Brunner
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Martin Preisig (links) ehrte 23 Bauern für ihre Kühe mit über 100 000 Kilo Lebensleistung und einen für sein Betriebsmanagement. (Bild: mbr)

Martin Preisig (links) ehrte 23 Bauern für ihre Kühe mit über 100 000 Kilo Lebensleistung und einen für sein Betriebsmanagement. (Bild: mbr)

Die Landwirtschaft steht vor immer neuen Herausforderungen. Dies gilt insbesondere seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Ein Preisabschlag vieler landwirtschaftlicher Produkte ist zu befürchten. Der Präsident Martin Preisig wies deshalb an der Delegiertenversammlung der Appenzellischen Viehzuchtgemeinschaften darauf hin, dass die Landwirte einmal mehr eine Senkung der Produktionskosten ins Auge fassen müssten. Auch die Steigerung der Produktivität, die Suche nach neuen Einnahmequellen und neuen Abnehmern seien mögliche Massnahmen.

Innovativer werden

Preisig lobte die Reaktion der Sortenorganisation Appenzeller Käse auf diese Situation. «Mit der Senkung um 60 Rappen pro Kilo ab Käserei soll der Appenzeller Käse auf den ausländischen Märkten attraktiv bleiben», sagte er. «Allerdings bedeutet dies für den Produzenten eine Mindereinnahme von 5,7 Rappen pro Liter Milch.» Er hoffte, dass diese Reduktion auch bei den Konsumenten ankomme. Auf der anderen Seite sei die Organisation zu wenig innovativ. Sie müsse sich weiterentwickeln, Neues kreieren, sich dem neuen Konsumverhalten anpassen usw. Das erfolge noch zu wenig.

Viele Züchter geehrt

Der Präsident freute sich über die braune Kuh, die so hervorragend ins Appenzellerland passe. Wie leistungsstark und langlebig diese Tiere sind, zeigte sich deutlich bei der Ehrung der 23 Landwirte (17 in AR, sechs in AI) mit Kühen von mehr als 100 000 Kilo Milch Lebensleistung. 15 Kühe gaben in ihrem Leben sogar zwischen 115 000 und 156 000 Kilo Milch. Sissi von Hansueli Lanker aus Waldstatt ist mit ihren 163 972 Kilo sogar auf dem Weg zu einem einsamen Rekord. Fritz Ramsauer aus Stein wurde bereits fünfmal für sein Betriebsmanagement geehrt. Das bedeutet, dass sein Betrieb sehr wirtschaftlich organisiert ist. Zudem zeigten die 16 ausgezeichneten weiblichen Zuchtfamilien das Potenzial der braunen Kühe. Gleichzeitig bedauerte Preisig aber, dass durchschnittliche Qualität beim Zuchtvieh und somit die Anstrengungen der Züchter nicht kostendeckend verkauft werden könne. Viele Bauern würden deshalb ihre Kühe mit Mastrassen besamen, was sich negativ auf die Auswahlmöglichkeiten von guten Milchkühen niederschlage.

IBR ernst nehmen

Rund 20 Betriebe und ungefähr 25 Tiere könnten im Appenzellerland von der Seuche IBR betroffen sein. Der Kantonstierarzt Sascha Quaile betonte, dass diese Seuche in der Schweiz zwar als ausgerottet gelte. Die aufgrund von Einfuhren aus Tirol aufgetretenen Verdachtsfälle müsse man aber ernst nehmen. Das bedeutet, dass alle Tiere an der Ausstellung der Züchtergruppe AI vom 21. März in Appenzell auf IBR getestet werden müssen.

29 örtliche Viehzuchtgemeinschaften zählt der Kantonalverband Appenzellischer Viehzuchtgemeinschaften. 730 Betriebe sind darin zusammengeschlossen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 15 weniger. Die eingetragenen Herdebuchtiere verringerten sich um 251 Tiere auf 15 334.

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