Die Leine wird verkürzt werden

Die Ortsbürger der Gemeinde Lichtensteig trafen sich am Donnerstagabend im Restaurant Bodega Noi zur Ortsbürgerversammlung. Präsident Peter Hüberli informierte über die anstehenden Sanierungen der Liegenschaften.

Rouven Kuster
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LICHTENSTEIG. Am Donnerstagabend lud die Ortsgemeinde Lichtensteig zur Bürgerversammlung ein. Von 189 stimmberechtigten Bürgern fanden 39 den Weg zur Ortsbürgerversammlung. Sie wurden vom neuen Präsidenten der Ortsgemeinde, Peter Hüberli, mit einer visuellen Präsentation und auflockernden Sprüchen durch den Abend geführt. Abgestimmt wurde über die Jahresrechnung und den Voranschlag.

Basis für Herausforderungen

Die Präsentation begann mit einer Einschätzung Peter Hüberlis der aktuellen Lage der Ortsgemeinde. Diese sei finanziell gesund und könne sich so den kommenden Herausforderungen stellen. «Darunter fällt vor allem das Pflegen der Liegenschaften», sagt Peter Hüberli. Saniert werden müssen in nächster Zeit das Dach der Bergwirtschaft Köbelisberg, die Liegenschaft auf der Schabegg und die WC-Anlage des Bezirksgebäudes.

«Das Kapital der Ortsgemeinde sind heute vor allem ihre Liegenschaften», so Peter Hüberli. Früher habe man noch mit der Forstwirtschaft viel Geld verdient, seit einigen Jahren könne aber der Ertrag aus der Forstwirtschaft aufgrund der tiefen Holzpreise nur noch die eigene Rechnung ausgleichen. Unerwartete Kosten fielen bei der im letzten Jahr genehmigten Renovierung der Liegenschaft am Chnopfenberg an. Um die Notwendigkeit des zusätzlich budgetierten Betrages von 20 000 Franken aufzuzeigen, verglich Peter Hüberli Bilder des vorherigen mit Bildern des jetzigen Zustands. Grund für den gesprochenen Betrag sind unvorhergesehene Arbeiten, wie eine bessere Isolierung des Hauses, die Sanierung eines entdeckten Jauchelochs und eine neue Einführung für Wasser in das Haus. Anschliessend wurden die Rechnungen des letzten Jahres und der Voranschlag diskutiert.

Widerstandslose Genehmigung

Marco Reiser, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, las den Kommissionsbericht vor und eröffnete die Abstimmung. Die Jahresrechnung schloss mit einem Überschuss von rund 131 000 Franken ab, der vor allem aus dem Verkauf von Erdgas Toggenburg Werdenberg AG Aktien erwirtschaftet wurde. Der Voranschlag sah vor den Gewinn für den Erwerb der Liegenschaft Oberhof und die bevorstehende Gesamtrenovation der Liegenschaft Schabegg zu verwenden. Die Jahresrechnung und der Voranschlag für 2013 wurden einstimmig angenommen.

Es folgte der Bericht über die Wirth'sche Familienstiftung. Für den Ende April erfolgenden Pächterwechsel zeigte sich Peter Hüberli optimistisch: «Wir haben die Verpachtung des Landguts im St. Galler Bauer ausgeschrieben und 23 Bewerbungen erhalten.» In den nächsten zwei Wochen werde ein geeigneter Pächter ausgewählt.

Nachdem sich die allgemeine Umfrage aufgrund keiner Wortmeldungen erübrigte, ging Peter Hüberli zum Schlussteil der Versammlung über: Den Verabschiedungen.

An der Funktion orientiert

Lächelnd und trotzdem wehmütig nahm der ehemalige Präsident der Ortsgemeinde, Eduard Schiess, die Abschiedsgeschenke von Peter Hüberli entgegen. Er habe sich in den 28 Jahren als Ortsgemeindepräsident stets an der Funktion der Ortsgemeinde und nicht der aktuellen Mode orientiert, sagte Peter Hüberli. Eduard Schiess hat in seiner Amtszeit 85 Gutachten erstellt, davon 50 Einbürgerungen. Dabei sei in all der Zeit nur ein Gutachten abgelehnt worden: Der Vorschlag, eine Unterführung fürs Vieh zu bauen. Das sinnvollste Gutachten sei der Antrag zum Kauf eines Forstschleppers gewesen, der die Arbeit in der Forstwirtschaft extrem erleichtere. Die Ratsmitglieder lobten Eduard Schiess vor allem für den Freiraum und das Vertrauen, das er ihnen gab.

Vier weitere Verabschiedungen

Claudia Widmer Hüberli zog sich nach zwölf Jahren im Rat ebenfalls aus ihrem Amt zurück. Sie würdigte Eduard Schiess für die lange Leine, die er dem Rat zur Verfügung stellte und hoffte, dass ihr Mann, Peter Hüberli, diese nicht allzu sehr verkürzen werde, obwohl er dies selbst nicht ausschliessen konnte. Das Amt des Präsidenten der Museumskommission wurde an Bruno Wickli übergeben. Der bisherige Präsident, Alex Reiser, lobte das Museumsteam und das Fortschreiten in Sachen Digitalisierung aller Dokumente bei seiner Verabschiedung. Die seit 1972 existierende Museumskommission wurde über die Hälfte der Zeit von Alex Reiser präsidiert.

Lukas Weber gab sein Amt als Museumspfleger an Ueli Stump ab. Lukas Weber wurde gelobt, weil er stetig dafür gesorgt hat, dass kein Sand im Getriebe der Kommunikation zwischen den Museen und der Ortsgemeinde sei.

Seinen Platz in der Geschäftsprüfungskommission gab Beat Nyffeler auf. Er wurde vor allem für seine akribische Arbeitsweise, wie alle anderen Geehrten, mit einem Geschenk verabschiedet.

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