Die Landi in Speicher wird geschlossen

SPEICHER. Per 30. September schliesst die Landi in Speicher – zumindest vorläufig. Sollte das Dorf einst über eine geeignete Infrastruktur verfügen, kann man sich bei der Landi Säntis AG eine Rückkehr in anderer Form durchaus vorstellen.

Roger Fuchs
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Weil keine neuen Räumlichkeiten für den Speicherer Landi-Laden in Sicht sind, wird dieser nun geschlossen. (Bild: apz)

Weil keine neuen Räumlichkeiten für den Speicherer Landi-Laden in Sicht sind, wird dieser nun geschlossen. (Bild: apz)

Die Infrastruktur der Landi in Speicher ist alles andere als modern. Untergebracht in einem ehemaligen Stall, müssen sich die Angestellten warm anziehen, so sie im Winter nicht frieren wollen. Auch Lagerflächen im Freien fehlen. Die heutigen Zustände für die Angestellten wie auch die Grösse des Ladens seien die Hauptgründe, weshalb die Landi in Speicher per Ende September geschlossen werde, sagt Andreas Gantenbein, Geschäftsführer der Landi Säntis AG, die auch Filialen in Mogelsberg, Herisau, Wald-Schönengrund, Urnäsch und Teufen betreibt. Drei der vier Angestellten in Speicher würden fortan ein Teilzeitpensum in Teufen wahrnehmen.

Umzonung im letzten Jahr

Im Oktober 2011 sah die Welt noch anders aus: Dank der vom Speicherer Stimmvolk angenommenen Umzonung im Gebiet Hinterdorf mit dem früheren Gasthaus Linde sei der Weg für einen Neubau der Landi nun geebnet, hiess es damals. «Nach dieser Umzonung hatten wir in der Tat das Gefühl, es würde sich eine Lösung abzeichnen», so Gantenbein. Es sei jedoch nie fix gewesen, dass die Landi selbst als Bauherrin auftrete.

Dass ein Neubau im Hinterdorf nach wie vor auf sich warten lässt, liegt – wie die weiteren Recherchen zeigen – an der Gemeinde, der auch die «Linde» gehört. Gemeindepräsident Peter Langenauer spricht von einem neuen Aspekt, der dazugekommen sei. Demnach will man nicht nur auf ein einzelnes Objekt fokussieren, sondern das gesamte Hinterdorf als Arealentwicklungsgebiet betrachten. Dies sei auch im Sinne des Kantons, der für solche Arealentwicklungen Gelder gesprochen habe. Wie das konkrete Projekt für das Gebiet Hinterdorf aussieht, soll zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert werden.

Verständnis für Schliessung

Peter Langenauer zeigt Verständnis dafür, dass die Landi Säntis AG nicht länger an den heutigen Räumlichkeiten festhalten will. Bedeutet dies nun auch das Aus für die regionalen Produkte im Dorf? Der Gemeindepräsident verneint. Die Bäckereien und die Metzgerei führten durchwegs noch solche, beim Gemüse könne es schwieriger werden.

Für die Landi Säntis AG selbst wäre gemäss Geschäftsführer Andreas Gantenbein eine einstige Rückkehr nach Speicher durchwegs eine Option, so man eine geeignete Infrastruktur vorfinde. Eine Landi im heutigen Sinn werde es aber nicht mehr geben. Denkbar wäre dagegen ein Laden nach dem «FNG»-Konzept – frisch, nah, günstig.