Die Kunst der Verpflegung

Seit drei Wochen tut Bruno Inauen fast nichts anderes mehr, als sich um die Verpflegung der Massen zu kümmern. Der Chefmetzger vom Spar Appenzell hat mittlerweile einige Übung in der Ausrichtung von Grossanlässen.

Karin Erni
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Ruedi Ulmann und sein Team brachten 5000 Portionen «Chäsmagrone met Südwoscht» innerhalb von zwei Stunden auf den Tisch. (Bilder: ker)

Ruedi Ulmann und sein Team brachten 5000 Portionen «Chäsmagrone met Südwoscht» innerhalb von zwei Stunden auf den Tisch. (Bilder: ker)

APPENZELL. «Bruno, der Fleischkäse ist noch nicht gekommen», schnarrt es aus dem Funkgerät, das Bruno Inauen um den Bauch geschnallt hat. Mit einem routinierten Griff in seine Unterlagen hat er schnell den entsprechenden Lieferanten samt Telefonnummer zur Hand. Mit ihm klärt er ab, wo der erwartete Zmittag fürs Festzelt abgeblieben ist.

«Ich bin nicht so der digitale Typ», sagt Inauen, «alle wichtigen Daten trage ich am liebsten auf Papier mit mir herum.» Unterdessen sind die 60 Kilo Fleischkäse wieder aufgetaucht und haben den Weg ins Festzelt gefunden. Inauen kann sich dem nächsten Problem widmen: In einem Zelt fehlt Brot. Schnell ist auch das organisiert. So umtriebig kennt man Bruno Inauen nicht. Normalerweise bedient der Metzger seine Kunden bei Breitenmoser im Spar Appenzell. Am Kantonalen Turnfest ist er zuständig für die verschiedenen Festwirtschaften und die Verpflegung der Turner.

Seit drei Wochen im Einsatz

Eine Aufgabe, die mit grossem Einsatz verbunden ist. Neben den den zwei Turnfest-Wochenenden wurde die Infrastruktur für Anlässe der Schule und des Hauptsponsors Coop genutzt. «Das war gut, so konnten wir viele Abläufe im kleineren Rahmen üben.» Insgesamt waren es rund 12 000 Menus, die herausgegeben wurden.

Man habe das Angebot bewusst schlank gehalten, um den logistischen Aufwand in Grenzen zu halten. «Wir verkaufen Würste, Pommes frites und Schnitzelbrot. Externe Verkaufsstände haben wir auf dem Areal nur für Glacé und Süsswaren, Dinge die wir selber nicht führen.» Alle anderen Produkte stammten aus dem Kanton. «Sämtliche Metzger und Bäcker aus Innerrhoden durften das Fest beliefern.»

5000 Portionen «Chäsmagrone»

Eine logistische Meisterleistung stellte der Samstagabend dar. Im grossen Turnerzelt auf der Bleiche erhielten die Turner ein typisches Appenzeller Gericht: Chäsmagronen, Siedwürste und Apfelmus. Zubereitet wurde es, wie alle warmen Menus vom Restaurant Golf Gonten. Für Gastgeber Ruedi Ulmann war es das grösste je bewältigte Bankett. «Eine Tonne Hörnli und eine halbe Tonne Käse haben wir verarbeitet», so Ulmann. Direkt nach der Zubereitung wurden die Teigwaren in grosse Plastikbeutel eingeschweisst. Einen Teil hat Ulmann in Buttertanks abgefüllt. Sie wurden mit dem Frontlader aufs Festgelände gebracht. Dort warteten Helfer, die die Magronen in die vorbereiteten Bain-Maries umfüllten, von wo aus auf die Teller geschöpft wurde.

Konsum unterschätzt

Schon das erste Festwochenende hatte gezeigt, dass der Konsum höher als erwartet war. So hatte man für das zweite Wochenende grosszügig disponiert. Trotzdem bildeten sich am Samstagnachmittag zeitweise Schlangen vor den Verpflegungsständen. Vor allem die Nachfrage nach Pommes frites war gross. «Die Sportler brauchen Salziges nach den Wettkämpfen», meinte eine erfahrene Kampfrichterin. «Man kann sich nicht auf die Nachfragespitzen ausrichten», erklärt Bruno Inauen, «zu essen hat es jedenfalls genug.» Auch Durst leiden musste niemand. Beim Trinken seien keinerlei Engpässe zu verzeichnen gewesen, sagt Inauen. «Dank der einheimischen Betriebe Locher, Goba und Appenzeller Alpenbitter klappte der Nachschub an Getränken über alle Tage ausgezeichnet.»

OK-Mitglied Bruno Inauen.

OK-Mitglied Bruno Inauen.

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