Die Kuh mit dem kleinsten ökologischen Fussabdruck

Am Samstag standen in Ganterschwil nicht nur die Schönsten des Braunviehs im Zentrum. Es gab eine eigene Präsentation für Jersey-Kühe.

Anna Gasser
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Ob von Experten oder Bauern, die Kühe zogen die Blicke auf sich.

Ob von Experten oder Bauern, die Kühe zogen die Blicke auf sich.

Klein, aber fein kommt sie daher, die Viehschau Ganterschwil, die am vergangenen Samstag bei schönem Herbstwetter stattgefunden hat. An dieser Schau besticht die Organisation im Hintergrund. Die Präsidentin der Landfrauen Ganterschwil, Karin Ramsauer, und ihr Schwager, Schaupräsident Köbi Ramsauer, organisieren zusammen mit Urs Werder, Kassier und Speaker, Chläus Bühler, Anmeldungen und Rangliste, Marlies Werder, Festwirtschaft, sowie den Platzchefs Hansjörg Schweizer und Roli Looser die Schau routiniert und gründlich. Offenbar bestellt Urs Werder sogar jedes Jahr das schöne Wetter selber und es hat auch dieses Jahr wieder geklappt. Dies sehr zur Freude der Ganterschwiler Bevölkerung, die den Termin für den alljährlichen Anlass in ihrer Agenda jeweils fest einplant. Die exzellente Festwirtschaft veranlasst so manchen Besucher zum Verweilen, während die Viehzüchter das vielfältige Programm im Ring mitverfolgen. Die Ganterschwiler machen so manches etwas anders an ihrer Schau, was die Vorführungen im Ring sehr spannend und interessant macht. Die Experten Geri Scherrer, Hans Kuratli und Köbi Frick rangierten die rund 320 Tiere routiniert und wurden danach mit Informationen für die Wettbewerbe am Nachmittag versorgt.

Zwei imposante Blüem-Stiere von Guido Walser und Werner Ramsauer machten den Anfang im Ring und wurden von Köbi Frick vielseitig kommentiert. Eine Besonderheit war die eigens für Landwirt Erwin Ramsauer und seine Jersey-Kühe anberaumte Präsentation. Die Jersey-Kuh besticht neben einem hohen Fett- und Eiweissgehalt der Milch durch ihre im Vergleich zum Körpergewicht höchste Milchleistung und den kleinsten ökologischen Fussabdruck aller Kuhrassen. Elegant und feingliedrig lassen sich die Kühe im Ring führen und man sieht Bauer Erwin Ramsauer seine Freude an den Tieren an.

Die Kategorie Fitness-Kühe wurde nicht nach Exterieur, sondern nach vom kantonalen Zuchtverband vorgegebenen Kategorien beurteilt. Gehalt, Zellzahlen, Serviceperiode, mindestens zwei abgeschlossene Leistungen und eine Punktzahl über dem Betriebsdurchschnitt werden verlangt. Sechs Kühe des Viehzuchtvereins Ganterschwil erfüllen diese Kriterien, drei davon standen am Samstag im Ring. Die höchste Punktzahl erhielt die Kuh Meril von Urs Fischbacher, die damit den Fitnessstar-Wanderpreis erhält.

Miss wurde aus sechs Tieren gewählt

Der Preis «Miss Protein» beinhaltet sowohl die Beurteilung des Exterieurs als auch des Eiweissgehaltes. Von sieben Kühen blieben am Schluss vier im Final und die Alibaba-Kuh Utta von Robert Durrer gewann den Preis. Beeindruckend ist die höchste Lebensleistung der Kuh Chiara von Robert Durrer. Sie hat bis heute über 105 683 kg Milch gegeben. Auf dem Schauplatz Ganterschwil standen überdies sogar sechzehn Kühe, welche eine Lebensleistung Milch zwischen 50 000 und 80 000 kg aufweisen.

Waren bis jetzt nur wenige Kühe im Ring, änderte sich dies bei den Schöneuter -Wettbewerben schlagartig. Grund dafür ist die Regelung, dass jeder Bauer zwei Kühe pro Wettbewerb bringen darf. Dies führt dazu, dass beim Preis des schönsten Euters der jüngeren Tiere in erster bis dritter Laktation sechzehn und bei den älteren Schöneuterkühen gleich siebzehn Tiere im Ring stehen. Geri Scherrer meinte, als er das Tier mit dem schönsten Euter der jüngeren bestimmte, er würde an diesem Tier in seinem Stall auch Freude haben. Dieselbe Freude hat jetzt wohl Besitzer Andreas Gross mit seiner Linda. Bei den älteren Kühen hat von den fünf Finaltieren Eric Eli von Urs Werder das schönste Euter.

Damit es den vielen anwesenden Kindern nicht langweilig wurde, wurde ein Wettbewerb vorbereitet, bei dem sie das Gewicht der Mutter des Los-Hauptpreises, des Kalbs Viking Viola, schätzen mussten. Die Kinder waren gut und kamen mit ihren Schätzungen dem Gewicht von 587 Kilogramm sehr nahe. Eine seltene Attraktion waren die zwei Kuhfamilien mit Töchtern, Enkelinnen und Urenkelinnen, die ebenfalls im Ring präsentiert wurden. Die in Milchleistung und Zellzahlen sehr starken, zum Teil sogenannten ROB-Tiere wurden von ihren Besitzern Köbi und Werner Ramsauer gerne gezeigt.

Bei der «Miss Ganterschwil»-Wahl blieben sowohl von den sieben jüngeren als auch den neun älteren Kühen je drei im Ring. Auch die Miss-Kandidatin darf von den Besitzern selber ausgewählt werden und gewährleistet damit eine breite Teilnahme von anwesenden Tieren. Miss Ganterschwil wurde schliesslich die «Schöneuter ältere»-Kuh Eric Eli und Vize-Miss die «Schöneuter jüngere»-Gewinnerin Silverstar Linda.

Nun füllte sich die Festwirtschaft wieder und schon bald machten sich die ersten Bauernfamilien mit ihren Tieren auf den Heimweg.

Beim Wettbewerb Schöneuter jüngere bleibt die Jersey-Kuh im Stroh liegen. (Bilder: Anna Gasser)

Beim Wettbewerb Schöneuter jüngere bleibt die Jersey-Kuh im Stroh liegen. (Bilder: Anna Gasser)

Die Miss Ganterschwil Eli mit ihren Besitzern Fabian und Urs Werder.

Die Miss Ganterschwil Eli mit ihren Besitzern Fabian und Urs Werder.