Die kürzeste Brosmete seit 1996

Ich liebe Anmerkungen1. David Scarano

Drucken
Teilen

Ich liebe Anmerkungen1.

David Scarano

1. Unter Anmerkungen verstehe ich die erklärenden Zusätze beispielsweise in wissenschaftlichen Büchern zu Textstellen, bei denen es häufig um eine Angabe der Quelle geht. In diesem Fall habe ich natürlich bei Wikipedia2 nachgeschaut. 2. Wikipedia ist eine freie Enzyklopädie, ohne die Journalisten nicht mehr arbeiten können. Sie half schon manchem Brosmete3-Autoren aus der Patsche. Vgl. D. Scarano, «Kurt Felix und die Toilette», Appenzeller Zeitung, 3. November 2007. 3. Die Brosmete ist eine Rubrik der Appenzeller Zeitung. Sie erschien 1996 zum ersten- mal. In diesem Gefäss sollen sich die Autoren ein bisschen austoben können und Gedanken4, persönliche Erlebnisse5 oder Nachrichten aus der ganzen Welt – also die täglich anfallenden Gedankenbrösmeli – verarbeiten. Die erste Brosmete trug den passenden Titel «Kleinvieh». Mit dieser Erklärung hoffe ich, dem Herrn gedient zu haben, der kürzlich in der Redaktion leicht enerviert anrief, um nachzufragen, was eigentlich eine Brosmete sei. In letzter Zeit würden diese nämlich so eigenartig ausfallen. Vgl. Telefonnotiz vom 20. November. 4. Ein eigenartiger Gedanke, der er es aber nicht zum Inhalt einer vollständigen Brosmete schaffte, kam dem Autor dieser Zeilen, als er den Vorabdruck des Appenzeller Magazins, Jahrgang XV, Nr. 2, Februar 2011, Herisau, Appenzell Ausserrhoden, in den Händen hielt. Eine Kolumne ist dem Wunder(-Werk) Darmausgang gewidmet. Ist «Arschloch» also kein Schimpfwort? 5. Mit «Persönliche Erlebnisse» sind auch gelesene Bücher6 gemeint. Diese Brosmete basiert auf einem solchen Erlebnis. Ein Autor verwies in den Anmerkungen ständig auf eigene Werke. Das wollte ich auch mal machen. Siehe 2 und 8. 6. Kürzlich hatte ich ein Buch über Gehirntraining in der Hand. Darin stand unter anderem, dass bei einer Amnesie nicht nur die Erinnerungen, sondern auch Allergien verschwinden können. Das Buch trug den Untertitel: «Neue Strategien für mehr Lebensfreude6». Vgl. Strunz, «Das Mental-Programm». 7. Lebensfreude, Glück, Glücklichsein: Werke zu diesen Themen boomen. Vgl. Eckart von Hirschhausen «Glück kommt selten allein». Wie Umfragen zeigen, sind Schweizer wohl fleissige Leser8 solcher Bücher. Vgl. Sonntagspresse Ende Dezember. 8. Mit Leser sind auch die Leserinnen gemeint. Lesende sind zuweilen arme Geschöpfe, weil sie manche abstrusen Sachen über sich ergehen lassen müssen. Vgl. «Die kürzeste Brosmete seit 1996», D. Scarano, Appenzeller Zeitung, 31.1.2011.

Aktuelle Nachrichten