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Die Kritik ist berechtigt

Bütschwil hat in der Meisterschaft katastrophale Wochen hinter sich. Da nützt es wenig, wenn die Mannschaft im Cup gegen Oberklassige über sich hinauswächst. Der Abstieg in die 4. Liga droht trotzdem.
Beat.lanzendorfer
Noch ist dem Trainerduo Hansueli Gerig (links) und Benjamin Fust das Lachen nicht vergangen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Noch ist dem Trainerduo Hansueli Gerig (links) und Benjamin Fust das Lachen nicht vergangen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Bütschwiler Erfolge? Die gab es, sie liegen aber schon Jahre zurück. Man muss in den Geschichtsbüchern weit zurückblättern, um im Zusammenhang mit der Breite-Elf auf das Wort «Spitzenmannschaft» zu stossen.

Letztes Highlight in der 65jährigen Vereinsgeschichte war der Aufstieg in die 2. Liga vor 13 Jahren. Das Jahr 2003 war für das Toggenburg in jeder Hinsicht historisch. Mit Bütschwil schafften auch Kirchberg (2. Liga) und Bazenheid (2. Liga Inter) den Sprung in die nächsthöhere Liga. Dies ergab in der Saison 2003/04 die einmalige Konstellation, dass aus dem Toggenburg mit Ebnat-Kappel, Kirchberg und Bütschwil drei Vertreter in der regionalen 2. Liga mitspielten. Zwölf Monate später war die Glückseligkeit vorbei, Bütschwil und Ebnat-Kappel traten den Rückzug an und stiegen ab.

Der schleichende Niedergang stellt sich ein

In den Jahren danach gehörte Bütschwil immer dem Spitzenfeld der 3. Liga an. Drei zweite und zwei dritte Plätze bis zum Jahr 2010 bestätigen diese Aussage. Ganz nach vorne reichte es nie mehr. Der schleichende Niedergang setzte ab der Saison 2011/12 ein, als die Mannschaft die Meisterschaft auf Position 5 beendete. Letzter negativer Höhepunkt war die vergangene Spielzeit, als der Ligaerhalt erst nach der letzten Runde und dem 6:1 über Eschlikon Tatsache war. Die Warnlichter leuchteten, trotzdem kommt ein derart brutaler Absturz für Aussenstehende überraschend. Zur Erinnerung: Bütschwil erkämpfte sich seinen bisher einzigen Punkt der laufenden Meisterschaft in der Startrunde gegen Kirchberg (2:2), anschliessend setzte es sechs Niederlagen ab. Das Trainerduo Gerig/Fust zeigt sich selbstkritisch, nimmt aber auch die Spieler in die Pflicht: «Die Erfolge im Cup gegen die Zweitligisten Mels und Amriswil sowie der Sieg gegen Besa kaschierten den Absturz in der Meisterschaft. Leider haben viele Spieler den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Langsam macht sich auch Verunsicherung breit», erklärt Hansueli Gerig. Benjamin Fust ergänzt: «Wer das Cupspiel vor zehn Tagen gegen Amriswil gesehen hat, fragt sich, weshalb vier Tage später eine derart desolate Leistung gegen Netstal möglich ist.» Beide sind sich einig, dass zu wenig Qualität vorhanden ist. Mit einem grossen Kader lässt sich dies aber nicht kompensieren. «Wir haben nur 16 Spieler, die meisten davon wissen, dass sie fix gesetzt sind», erklärt Gerig. Die nicht vorhandene Konkurrenz macht sich auch bei der Einstellung bemerkbar. Einigen Spielern scheint es egal zu sein, welcher Liga Bütschwil angehört – Hauptsache, Spass mit den Kollegen. Die beiden Trainer zeigen sich durchaus selbstkritisch: «Klar sind uns Fehler unterlaufen. Sicher haben wir die Spieler zu wenig hart angefasst.» Nicht als Entschuldigung, aber wenigstens als eine von möglichen Erklärungen weisen sie auf den unglücklichen Saisonstart hin: «Wir waren gegen Kirchberg das bessere Team, holten aber nur ein 2:2. Danach gingen wir trotz Feldüberlegenheit auch gegen Eschenbach und Gossau als Verlierer vom Platz.» Weitere Gründe sind sowohl in der Offensive als auch in der Defensive zu suchen. Mit 23 Gegentoren stellen die Toggenburger die mit Abstand schwächste Abwehr. Mit zehn geschossenen Toren ist auch der Sturm nicht wirklich durchschlagskräftig.

Der Fussballclub ist gut im Dorf verankert

Nun schaut das Trainerduo nur noch von Spiel zu Spiel. «Am Sonntag gehören drei Spieler der zweiten Mannschaft zum Kader, das erhöht den Konkurrenzdruck», meint Gerig. Zudem wünschen sich beide, dass die Gespräche, die unter der Woche stattfanden, den erhofften Effekt bringen. Ein Abstieg wäre aus sportlicher Sicht eine Katastrophe. Der FC Bütschwil verfügt mit seiner Sportanlage über eine hervorragende Infrastruktur und hat auch im Nachwuchs eine enorme Strahlkraft. Aushängeschild sind die B-Junioren, die in der Promotion für Furore sorgen und zurzeit hinter Weinfelden-Bürglen Platz 2 belegen. Wie sehr der Fussballclub auch im Dorf verankert ist, zeigt das Interesse sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen. trotz sportlicher Misere sind regelmässig weit über 200 Matchbesucher auf der Breite anzutreffen.

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