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Die komplizierte Künstlerin jubiliert: Bauernmalerin Lilly Langenegger hat zweifachen Grund zum Feiern

«Zita und Bläss», eines der bekanntesten Ostschweizer Kinderbücher, wird 20. Die Illustratorin ihrerseits feiert ihren 75. Geburtstag.
Alessia Pagani
Ist viel in der Natur anzutreffen: Lilly Langenegger bei ihrem Wohnhaus in Gais. In ihren Händen hält sie das Buch «Zita und Bläss». (Bild: Alessia Pagani)

Ist viel in der Natur anzutreffen: Lilly Langenegger bei ihrem Wohnhaus in Gais. In ihren Händen hält sie das Buch «Zita und Bläss». (Bild: Alessia Pagani)

Es wird in der Region wohl kaum jemanden geben, dem der Name Lilly Langenegger nicht bekannt ist. Mit Büchern wie «Flöckli, das Geisslein» aus dem Jahr 1995 oder «Tigerli kommt heim» von 2006 hat sich die Bauernmalerin weit über die Kantonsgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Nun feiert ihr Buch «Zita und Bläss» den 20. Geburtstag. Das Werk ist ein Bestseller und wurde sogar ins Englische und Französische übersetzt. Zu Ehren dieses Jubiläums lud Lilly Langenegger am Freitagabend zu einem Fest im Reka-Dorf Urnäsch.

Das Buch handelt von einer Bauernfamilie, deren Hund sich auf der Suche nach einem Weibchen von Urnäsch über die Lauftegg nach Gonten begibt. Irgendwann verstirbt der rote Bläss. Der Bauernsohn Ueli ist voller Trauer. Mit seiner Mutter darf er schliesslich wieder einen Welpen auf dem Hof in Gonten aussuchen.

300 Stunden Arbeit für ein Bild

Dass die Handlung in beiden Appenzell spielt, kommt nicht von ungefähr, wie die Autorin sagt:

«Bei dieser Geschichte war es mir ein Anliegen, eine Verbindung zwischen Inner- und Ausserrhoden zu schaffen. Die gegenseitigen Neckereien verstehe ich bis heute nicht.»

Die Bauernmalerin feierte im Frühsommer ihren 75. Geburtstag. Lilly Langenegger kommt ursprünglich aus Zürich, arbeitete später in einem Kinderheim in Gais, heiratete Ende der 1960er-Jahre in eine Bauernfamilie ein und gebar in der Mittelländer Gemeinde schliesslich vier Kinder. Das Leben als Bäuerin und Mutter ist mit ein Grund, warum Lilly Langenegger damals mit der Bauernmalerei angefangen hatte. Langenegger:

«Andere Frauen gingen auf Märkte oder arbeiteten nebenbei im Service, um einen Zustupf an die Familienkasse zu leisten.»

Schnell wurde Lilly Langenegger bekannt, auch durch ihre für die Pro Juventute gestalteten Karten. «Aber ich bin eine komplizierte Malerin», so Lilly Langenegger. Andere würde es Detailtreue nennen. Denn Lilly Langenegger beginnt immer mit der Umgebung und malt erst nach und nach die kleinen Figuren.

«Diese verändere ich mehrere Male, bis sie mir endlich passen.»

Dafür reist die Malerin zig Mal zu den entsprechenden Höfen, schaut sich die Hunde, Katzen, Geissen aus allen Blickwinkeln an. Lilly Langeneggers Werke zeigen praktisch alle reale Szenen mit realen Personen. Sämtliche Bauernfamilien, deren Häuser sie gemalt hat, kennt Langenegger persönlich.

«Ich muss die Szenen und Figuren immer und immer wieder anschauen und übermalen.»

Manchmal sei sie bereits fast fertig mit einem Bild und beginne dann wieder von vorne. Eine aufwendige Praxis. Und eine, die zu ihren drei Büchern geführt hat:

«Durch meine komplizierte Malweise konnte ich bestellte Werke nie rechtzeitig fertigstellen und war immer in Verzug. So kam mir die Idee, die Bilder in einem Buch zu sammeln, sodass alle etwas davon haben. Und ich hatte endlich ein Ziel.»

Sie könne halt einfach nicht schneller Malen, sagt Lilly Langenegger fast entschuldigend. Für ein Bild – ohne die dazugehörige Skizze – wendet sie durchschnittlich 300 Stunden auf.

Über 122 Pinsel verbraucht

Während der Arbeit zu ihrem Buch «Zita und Bläss» erkrankte Lilly Langenegger 1997 an einer seltenen Krankheit. Das Malen fiel ihr schwer, die Genesung brauchte Zeit. So folgte schliesslich nur noch ihr letztes Buch «Tigerli kommt heim». Über 122 Pinsel hat sie in all den Jahren verbraucht.

«Einige haben kaum mehr Haare dran, andere sind stark vergriffen.»

Die Bauernmalerei hat Lilly Langenegger inzwischen an den Nagel gehängt, zeichnet heute fast nur noch Rosen. Die Bilder verkauft sie an Märkten oder für wohltätige Zwecke. Aus ihren Bauernmalereien werden Puzzles gefertigt, und die Geschichten sind auf CD erhältlich. Zurzeit malt Lilly Langenegger Fantasiebäume für Art Herisau. Ein Buch wird es nach eigenen Angaben nicht mehr geben. «Aber für mich stimmt es so.»

Hinweis

Ein zweites Jubiläumsfest findet diesen Freitag, 27. September, 19 Uhr, im Kronen-Saal Gonten statt. Mit dabei: das Goofe-Chörli Gonten. Anmeldung erwünscht unter 071 794 11 61.

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