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Die Kirche setzt den Rotstift an

Immer weniger Finanzen zwingen die Evangelisch-reformierte Landeskirche beider Appenzell zu einer Verzichtsplanung. An der gestrigen Sommersynode nannte der Kirchenrat erstmals konkrete Sparmöglichkeiten.
Roger Fuchs
Die Formulierung eines Antrags fordert heraus: Kirchenratspräsident Koni Bruderer und Kirchenrat Thomas Gugger halten die Köpfe zusammen. Synodal-Vizepräsidentin Sibylle Blumer-Stähelin und Präsidentin Heidi Steffen-Kern diskutieren derweil mit den Synodalen weiter. (Bilder: Roger Fuchs)

Die Formulierung eines Antrags fordert heraus: Kirchenratspräsident Koni Bruderer und Kirchenrat Thomas Gugger halten die Köpfe zusammen. Synodal-Vizepräsidentin Sibylle Blumer-Stähelin und Präsidentin Heidi Steffen-Kern diskutieren derweil mit den Synodalen weiter. (Bilder: Roger Fuchs)

APPENZELLERLAND. Mit ihrer jährlichen Optimierung der Ausgaben spart die Evangelisch-reformierte Landeskirche beider Appenzell nur wenige tausend Franken. Angesichts der finanziellen Ausgangslage braucht es jetzt neue Wege. Im Raum steht ein Leistungsabbau, wie an der gestrigen Sommersynode der Kirchenrat und künftige Finanzchef Thomas Gugger klarmachte. Nach einer Aufzählung der grössten Ausgabenpositionen nannte er konkrete Punkte, bei denen der Kirchenrat Sparpotenzial ortet – dazu zählen beispielsweise die verschiedenen Beiträge an Institutionen. Eine Reduktion solcher Beiträge um knapp sechs Prozent hätte Einsparungen von 70 000 Franken zur Folge. Die Rede war aber auch von Sparmöglichkeiten beim Religionsunterricht und der Spitalseelsorge. Bei letzterer wird unter anderem an einen gemeinsamen Personalpool mit den Katholiken gedacht. Konkrete Erwähnung fanden überdies die Schwägalp-Gottesdienste. «Braucht es so viele wie heute?», fragte Thomas Gugger.

Kirchenblatt einbeziehen

Noch ist nichts entschieden, doch die Weichen für die Weiterarbeit hat die Synode gestern gestellt: Der Kirchenrat erachtete es bis dato nicht als seine Aufgabe, auch beim Kirchenblatt Magnet und der Beratungsstelle für Ehe und Familien (BEFL) nach Sparmöglichkeiten zu suchen. Diese Positionen lägen in der Kompetenz der Synode, so Thomas Gugger.

Der Synodale Martin Breitenmoser (Appenzell) reagierte darauf und sagte: «Es darf nichts ausgeklammert werden.» Zusammen mit den Synodalen Yvonne Angehrn und Hansueli Sutter (beide aus Teufen) setzte er sich über Mittag an einen Tisch und formulierte den Antrag, bei der Verzichtsplanung keine Ausnahmen zu machen. Mit Erfolg.

Auch das weitere Vorgehen wurde im Antrag definiert: Demnach wählt die Synode an ihrer Session im Herbst dieses Jahres eine vorberatende Kommission. Der Kirchenrat hat bis Ende März 2017 einen Vorschlag auszuarbeiten. Auf die Sommersynode 2017 hin erstatten Kirchenrat und Kommission Bericht, so dass die entsprechenden Entscheide ins Budget 2018 einfliessen können.

Wie zwingend die Kirche nach einer Lösung suchen muss, manifestiert auch die letztjährige Rechnung der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell. Diese schloss bei einem Gesamtaufwand von 2,1 Millionen Franken vor Fondsveränderungen mit einem Defizit von rund 228 000 Franken. Das ist 23 000 Franken schlechter als budgetiert. Grund für die Verschlechterung sind Mindereinnahmen bei der Landeskirchensteuer. «Die Ausgabenseite hatten wir gut im Griff», so der demissionierende Kirchenrat und Finanzchef Josua Bötschi.

Reform der Strukturen

Parallel zur Verzichtsplanung läuft gemäss Kirchenratspräsident Koni Bruderer die Strukturreform weiter. Diverse Szenarien – darunter die Fusion aller zwanzig Kirchgemeinden zu einer einzigen – stehen im Raum. In den nächsten Monaten sucht der Kirchenrat gezielt das Gespräch mit Mitarbeitenden der Kirche.

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