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Die Kesb, zu Unrecht verschrien

Mit dem Ziel, Vorurteilen zu begegnen, hielt Glen Aggeler kürzlich in der Aula Lerchenfeld in Kirchberg ein Referat über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb. Das Thema lautete «Spannungsfeld zwischen Politik und Umsetzung». Zum Vortrag eingeladen hatte die FDP.
Peter Jenni
FDP-Präsident Simon Seelhofer (rechts) bedankt sich mit einem Präsent bei Referent Glen Aggeler. (Bild: Peter Jenni)

FDP-Präsident Simon Seelhofer (rechts) bedankt sich mit einem Präsent bei Referent Glen Aggeler. (Bild: Peter Jenni)

KIRCHBERG. Bevor es zur Sache ging, war die Bevölkerung im Beisein der beiden FDP-Kandidaten fürs Gemeindepräsidium, Roman Habrik und Michael Sutter, zu Gratis-Bratwurst eingeladen. Danach war es FDP-Präsident Simon Seelhofer, der die Anwesenden in der Aula der Oberstufe Lerchenfeld willkommen hiess. Ebenso Glen Aggeler, Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb Toggenburg, der seine Zuhörer unter dem Titel «Spannungsfeld zwischen Politik und Umsetzung» mit einem interessanten Vortrag begeisterte. Damit verfolgte er das Ziel, Vorurteile gegenüber der zum Teil umstrittenen Behörde abzubauen, was ihm in Kirchberg auch gelungen sein dürfte. In der anschliessenden Diskussionsrunde beantwortete er Fragen aus dem Publikum.

«St. Gallen kann es»

Einleitend zeigte Glen Aggeler den Unterschied vom alten zum neuen Recht auf. Was früher bei den Gemeinden als Vormundschaftsbehörde mit verwaltungsinterner Überprüfung bestand, ist heute bei der Kesb mit gerichtlicher Überprüfung angesiedelt. Das Bundesrecht schreibt vor, «dass die Kesb eine Fachbehörde, bestehend aus mehreren Personen, sein muss, wobei Entscheidungen in der Regel von mindestens drei Mitgliedern zu fällen sind». Aggeler betonte, im Kanton St. Gallen, dem Vorreiter im Kindesschutz, sei man gut unterwegs – «St. Gallen kann es».

Gewisse Entwicklungen seien für die Gemeinden gar kostengünstiger als früher. Ebenso funktioniere die Zusammenarbeit mit subsidiären Stellen wie Gemeinden und Schulen. In der Kernbehörde mit Spruchkörper vertreten sind die Bereiche Recht, Soziale Arbeit, Pädagogik, Psychologie/Psychiatrie, Treuhand und Medizin. Getroffene Massnahmen müssen bereits nach sechs Wochen, danach zweimal nach je sechs Monaten und dann jährlich überprüft werden.

Staatshaftung für Vermögen

Vom Start von der grünen Wiese zur Konsolidierung sei ein schwieriger Weg gewesen, so Glen Aggeler. Allein schon 800 Dossiers von 91 Gemeinden innert nützlicher Frist auf neun Kesb-Behörden zu verteilen und zum Teil ins neue Recht zu überführen, habe viel Arbeit bedeutet. Von Beginn an habe man mit Eltern zusammengearbeitet und sie beraten, so auch in finanziellen Angelegenheiten.

Grundgedanke der Kesb sei die gesetzliche Vertretung in eigener Vorsorge. Erst wenn niemand verantwortlich zeichne, komme die Kesb zum Zug, wobei es auch jene gebe, die keine Verantwortung übernehmen wollten. Selbstbestimmung und Solidarität in den Familien werden hoch gehalten. Ein wichtiger Teil sei der Schutz urteilsunfähiger Personen in Sachen Geld. Hier werde auf einfache Art (zum Beispiel Bankauszug) monatlich oder jährlich überprüft, ob Renten und Hilfsgelder eingingen und das Vermögen richtig verwaltet werde. Dies sei deshalb wichtig, weil bei der Vermögensverwaltung direkte Staatshaftung bestehe.

Eine noble Aufgabe

Heute wird nur noch bei Kindern von Vormundschaft gesprochen, bei Eltern von Beistandschaft. Grundsätzlich ist die Kesb eine Behörde, die eine noble Aufgabe erfüllt, nämlich unselbständige oder behinderte Personen zu schützen. Dennoch wird ihr Engagement von gewissen Leuten nicht anerkannt. Auf all dies wies Glen Aggeler in seinem Vortrag hin.

Der Kesb-Toggenburg-Präsident, der auch Vor- und Nachteile aufzeigte, meinte dazu: «Die Vorschriften hat der Gesetzgeber gemacht, die Kesb führt sie nur aus.» Die Angelegenheit Kesb werde bereits in der Herbstsession im Kantonsrat behandelt, wo zehn Vorstösse dazu hängig seien.

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