Die Kanti Trogen liegt schweizweit an der Spitze

Die Ausserrhoder Kantonsschule schneidet bezüglich Schulabbrüchen und Studienerfolg ihrer Absolventen und sehr gut ab.

Karin Erni
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Ausserrhoder Kantonsschüler sind überdurchschnittlich erfolgreich.

Ausserrhoder Kantonsschüler sind überdurchschnittlich erfolgreich.

Bild: Gaëtan Bally/KEY

Studierende, die ihre Matura in Appenzell Ausserrhoden abgelegt haben, schliessen ihr Bachelor-Studium überdurchschnittlich häufig erfolgreich ab. Das zeigen die Zahlen des Bundesamts für Statistik. Dort figuriert die Kantonsschule Trogen gemeinsam mit dem Kollegium St. Fidelis im Kanton Nidwalden und der Kantonsschule Schaffhausen an der Spitze. 90 Prozent der ehemaligen Schüler dieser drei Institutionen machen innerhalb von acht Jahren einen Bachelor-Abschluss.

Nach dem Erfolgsrezept gefragt, sagt Marc Kummer, Rektor der Kantonsschule Trogen, es gebe keine kausalen Gründe für das gute Abschneiden.

«Wir haben einige Besonderheiten an unserer Schule, die zum Erfolg beitragen könnten.»
Marc Kummer, Rektor Kantonsschule Trogen seit August 2017

Marc Kummer, Rektor Kantonsschule Trogen seit August 2017

Pd

So würde in Zusammenarbeit mit der Studien- und Laufbahnberatung regelmässig eine Unterstützung geboten. Die Lernenden würden nach einem Fahrplan auf die Studienwahl vorbereitet. Hilfreich sei auch, dass sie an der Kanti Trogen sich erst nach zwei Jahren für ein Schwerpunktfach entscheiden müssten, so Kummer weiter. «Bis dahin haben sie eine realistische Einschätzung ihrer Fähigkeiten entwickelt.» Gegen Schluss der Schulzeit würden die Lernenden zudem im Schwerpunktfach eine grosse Anzahl Stunden absolvieren, was sie optimal auf die Anforderungen der Hochschule vorbereite. Auch der Grad der Selbständigkeit werde gegen Schluss erhöht, so dass die Schüler später im Studium nicht überfordert seien.

Gute Begleitung der Jugendlichen wichtig

Die Kantonsschule Trogen produziert nicht nur erfolgreiche Studenten, sondern hat statistisch gesehen auch sehr wenige Schulabbrecher. Marc Kummer spricht vom Glück, interessierte Lernende zu haben. «Die Ausserrhoder Jugendlichen sind geerdet.» Aber auch die Begleitkultur durch die engagierten Lehrpersonen trage zum Erfolg bei. «Wenn wir sehen, dass die Leistungen eines Lernenden plötzlich zurückgehen oder es jemandem nicht gut geht, intervenieren wir sofort und suchen das Gespräch.» Einen weiteren Grund für das gute Abschneiden sieht Kummer beim Aufnahmeverfahren, das nebst einer Prüfung auf die Erfahrungsnoten der Sekundarschule zurückgreift. «Mit diesem Mix können wir einen guten Prognosewert erreichen.» Hat es der Schüler dann einmal in die Kanti Trogen geschafft, hat er ein Jahr Zeit, sich zu bewähren. In anderen Kantonen beträgt die Promotionszeit lediglich ein halbes Jahr.

Immer wieder ein Diskussionsthema sind die Schulkosten. Da liege die Kantonsschule tatsächlich relativ hoch, räumt Kummer ein. «Das hat derzeit demografische Gründe. Derzeit sind die Schülerzahlen tief, was zu einem hohen Pro-Kopf-Wert führt. Mit der prognostizierten Zunahme der Schülerzahlen wird sich das Problem etwas entschärfen.»