Die jungen Bösen in Aarburg

Am Sonntag, 30. August, wird im aargauischen Aarburg zum vierten Mal das nur alle drei Jahre stattfindende Eidgenössische Nachwuchsschwingfest abgehalten. Der Nordostschweizerische Schwingerverband entsendet an dieses Highlight 39 Nachwuchsschwinger.

Beat Lanzendorfer
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Die selektionierten Toggenburger Schwinger, oben, von links: Marcel Räbsamen, Damian Ott, Michael Lieberherr und Beni Schlegel. Unten, von links: Silvan Wetter, Patrick Stadelmann, Sämi Schlegel und Erwin Weber. Es fehlt: Simon Düsel. (Bild: pd)

Die selektionierten Toggenburger Schwinger, oben, von links: Marcel Räbsamen, Damian Ott, Michael Lieberherr und Beni Schlegel. Unten, von links: Silvan Wetter, Patrick Stadelmann, Sämi Schlegel und Erwin Weber. Es fehlt: Simon Düsel. (Bild: pd)

SCHWINGEN. Welchen Stellenwert der Nachwuchs im Schwingsport geniesst, widerspiegelt der Aufwand, welchen das Organisationskomitee betreibt, um am fünften Sonntag im August allen Beteiligten ideale Bedingungen zu bieten. Das Interesse seitens der Schwingfreunde ist riesig. Die Schwingarena hat eine Kapazität von 4000 Sitzplätzen, darüber hinaus kommt in unmittelbarer Nähe ein Festzelt mit 1300 Plätzen zu stehen. Im Festprogramm kommt auch Bundesrat Ueli Maurer zu Wort. Gut möglich, dass der Chef des eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS direkt vor Ort ist.

Drei Jahrgänge am Start

Für diese vierte Austragung im Kampf um die begehrten Doppelzweige mit Eidgenössischer Prägung sind die Jahrgänge 1998, 1999 und 2000 teilnahmeberechtigt. Gesamtschweizerisch können nur gerade 50 Schwinger in jeder der drei Kategorien starten. Für die drei Kategoriensieger wartet je ein prächtiges Rind, dazu für alle teilnahmeberechtigten Nachwuchsschwinger eine Glocke als Einheitspreis. Der Nordostschweizerische Schwingerverband (NOS) hat das Anrecht, in jeder Kategorie 13 Schwinger melden zu können. Für das 39köpfige NOS-Team konnten sich zwölf St. Galler empfehlen. Auch das Toggenburg ist prominent vertreten. Hans Trummer, Nachwuchschef des Toggenburger Schwingerverbandes, freut sich, dass neun Schwinger der Schwingclubs Wil, Uzwil, Flawil und Wattwil die Reise nach Aarburg antreten dürfen.

Obwohl beim Nachwuchs der direkte Vergleich ausserhalb der Teilverbände meist fehlt, sind alle durchaus imstande, bei guter Tagesform im Kampf um die begehrten Eidgenössischen Doppelzweige ein gewichtiges Wort mitzureden.

Ideales Sprungbrett

Ein Blick auf die Statistik zeigt, das Nachwuchsfest ist ein ideales Sprungbrett für eine spätere Karriere bei den Aktiven. Bestes Beispiel ist Kilian Wenger, Schwingerkönig 2010 in Frauenfeld, der vier Jahre zuvor bei der Premiere des Nachwuchsschwingfestes in Interlaken als Sieger seiner Kategorie hervorging. Mit Simon Kid (Jahrgang 1994) aus Weesen und dem Winterthurer Samir Leuppi (Jahrgang 1993) werden auch zwei Schwinger des NOS-Verbandsgebietes in den Siegerlisten geführt. Beide gewannen 2009 ihre Kategorie beim Fest im freiburgischen Le Mouret. Nicht auf der Siegerliste erscheint Armon Orlik.

Der Spitzenplatz vor drei Jahren beim dritten eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Hasle-Entlebuch gab dem Bündner jenen Schub, um auch bei den Aktiven zu bestehen. Jüngstes Beispiel ist der Kranzgewinn des Zwanzigjährigen am 16. August auf der Schwägalp, wo die Trauben bekanntlich höher als anderswo hangen.

Attraktiver Super-5-Kampf

Am Samstagabend findet im Festzelt ein Super-5-Kampf mit prominenten Schwingern aus der ganzen Schweiz statt. Darunter sind nebst den Nordwestschweizer Eidgenossen Christoph Bieri und Bruno Gisler auch Unspunnen- und Schwägalpsieger Daniel Bösch. Der Wettkampf wird moderiert von Dagobert Cahannes.

Die selektionierten St. Galler: Jahrgang 1999: Michael Bernold, Walenstadt; Samuel Düsel, Kirchberg; Michael Lieberherr, Wattwil, und Beni Schlegel, Hemberg. Jahrgang 2000: Fabian Bärtsch, Flumserberg; Janosch Kobler, Oberriet; Damian Ott, Dreien; Marcel Räbsamen, Müselbach; Sämi Schlegel, Hemberg; Patrick Stadelmann, Unterwasser; Erwin Weber, Wattwil, und Silvan Wetter, Bichwil. Als Ersatz ist Joel Steiner, Rufi, für das Fest in Aarburg nominiert. Bisherige Sieger: Kategoriensieger 2006 in Interlaken: Jahrgang 1988: Marcel Mathis, Büren NW; Jahrgang 1989: Reto Nötzli, Pfäffikon SZ; Jahrgang 1990: Kilian Wenger, Aeschi BE; Jahrgang 1991: Christian Gerber, Röthenbach. Kategoriensieger 2009 in Le Mouret FR: Jahrgang 1992: Bruno Nötzli, Pfäffikon SZ; Jahrgang 1993, Samir Leuppi, Winterthur; Jahrgang 1994: Simon Kid, Weesen SG. Kategoriensieger 2012 in Hasle Entlebuch: Jahrgang 1995: Philipp Roth, Biberist; Jahrgang 1996: Remo Käser, Alchenstorf; Jahrgang 1997: Joel Wicki, Sörenberg.