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Die Jahrgangsbeste ist 59 Jahre alt und kommt aus Walzenhausen

Mit der Note 5,6 erzielte die Walzenhauserin Isabelle Kürsteiner an den Lehrabschlussprüfungen der Fachfrauen Gesundheit die Bestleistung. Die Absolventin ist für viele Leser eine gute alte Bekannte und hat noch viel vor.
Karin Erni
Isabelle Kürsteiner möchte nach der Pensionierung nach Indien und sich in einem Hilfsprojekt engagieren. (Bild: Karin Erni)

Isabelle Kürsteiner möchte nach der Pensionierung nach Indien und sich in einem Hilfsprojekt engagieren. (Bild: Karin Erni)

Die Berufsausbildung als Fachfrau Gesundheit mit der Note 5,6 abzuschliessen, ist eine grosse Leistung. Umso mehr, wenn man wie die Walzenhausnerin Isabelle Kürsteiner bereits 59 Jahre alt ist. Was bewegt jemanden, kurz vor der Pensionierung einer solche Herausforderung auf sich zu nehmen? Sie habe sich immer für diesen Beruf interessiert, sagt die frisch gebackene Fachfrau Gesundheit. Seit sieben Jahren arbeitet die gelernte Medizinische Praxisassistentin im Alterswohnheim Almendsberg in Walzenhausen als Pflegeassistentin. Aus Neugier habe sie jeweils die Lehrabschlussprüfungen der FaGes für sich selber gemacht. «Ich hatte auf Anhieb die Hälfte richtig. Da dachte ich, mit ein bisschen Lernen schaffe ich das auch. Das Hirn soll nur wieder einmal richtig arbeiten müssen.» Sie kniete sich in die Materie und besuchte ein Jahr freiwillig den Fachunterricht am BBZ in Herisau. Geholfen habe ihr das positive Denken. «Ich habe mir vorgestellt, dass ich an der Diplomfeier dabei bin und auf der Bühne stehe.» Isabelle Kürsteiner möchte auch anderen Frauen über 50 Mut machen, nochmals eine Ausbildung zu machen:

«Es ist nie zu spät.»

Einen Wendepunkt in ihrem Leben stellte die Diagnose Krebs dar, mit der sie vor neun Jahren konfrontiert war. Nach der operativen Entfernung des Tumors hätte sie sich zusätzlich einer Chemotherapie unterziehen sollen. «Ich fühlte gleich, dass das nicht das Richtige für mich ist. Es brauchte jedoch noch ein weiteres Zeichen, bis ich meinem Gefühl glaubte. Bei einem Besuch des Spitals überfiel sie eine starke Migräne. «Ich konnte plötzlich nichts mehr sehen, da wusste ich, dass ich mich nach einem anderen Weg umschauen sollte.»

Ernährungsumstellung und weniger Stress


Isabelle Kürsteiner übte sich fortan regelmässig in Meditation und machte eine Ernährungsumstellung. Eine Zeit lang ass sie kein Eiweiss, später nahm sie viele Kräuter zu sich, die sie selber gesucht hatte. Wenn sie Lebensmittel kaufte, dann nur aus biologischer Produktion. «Zudem habe ich den Stress reduziert, denn der schwächt das Immunsystem.» Statt wie zuvor viele Aufträge auszuführen, arbeitete sie nun regelmässig in einer Arztpraxis. «Das gab mir wirtschaftliche Sicherheit und eine feste Tagesstruktur. Dermassen abgesichert, musste ich nicht mehr alle Schreibaufträge annehmen.» Ganz aufgeben will sie das Schreiben allerdings nicht. «Ich bin ein neugieriger Mensch, da ist Journalistin der ideale Beruf», sagt sie und lacht.

Heute sei sie gesund. «Bei mir hat sich die natürliche Methode bewährt, aber ich würde nicht jedem empfehlen, es nachzumachen. Es gibt sehr viele Leute, die mit rein schulmedizinischen Behandlungen gut fahren. Jeder sollte auf sein eigenes Bauchgefühl hören.» Nun hofft sie noch einige Jahre im «Almendsberg» arbeiten zu können. Hier herrsche eine gute Atmosphäre und man könne sich auch mal Zeit für das Gespräch mit den Bewohnern nehmen, was sehr heilsam für diese sei.

Nach der Pensionierung will sie nach Indien

Nach ihrer Pensionierung plant sie, nach Indien zu fahren und sich in einem Hilfsprojekt zu engagieren. Das «Kiran-Village» bei Varanasi bietet Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ein Angebot an Ausbildung und Betreuung. Eine passende Aufgabe für jemanden wie Isabelle Kürsteiner, die sich 30 Jahre im Bereich Plussport engagiert hat. Die heilige Stadt Varanasi war für sie immer etwas Besonderes, dort seien alle Weltreligionen vertreten. Auch in diesem Bereich plädiert sie für mehr positives Denken.

«Man sollte vermehrt das Gemeinsame nicht die Gegensätze pflegen.»

Für ihren Lebensabend hat Isabelle Kürsteiner ein Projekt in Planung. Sie möchte auf der Wiese bei ihrem Elternhaus ein Kräuterlabyrinth schaffen, in dem sich die Menschen bewegen, meditieren, Kraft sammeln und sich entspannen können. Auch einen Krimi zu schreiben und anschliessend als Dorftheater aufführen zu lassen, könnte sie sich vorstellen. «So würde man das enorme Potenzial des ganzen Dorfes nutzen.»

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