«Die Infanterie, was ist das?»

Seit vier Wochen sind rund 600 Männer in der Inf RS 11, aufgeteilt in fünf Kompanien. Die Infanteriekompanie 3 ist eine der beiden in der Kaserne Herisau stationierten Kompanien, die anderen sind in Neuchlen und in Urnäsch untergebracht.

Monika Egli
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Auf dem Feld: Während ein Stück entfernt die Fahrer das Manövrieren üben, sind die Rekruten der Kompanie 3 mit Sanitäts- und Nahkampfübungen beschäftigt. (Bilder: Monika Egli)

Auf dem Feld: Während ein Stück entfernt die Fahrer das Manövrieren üben, sind die Rekruten der Kompanie 3 mit Sanitäts- und Nahkampfübungen beschäftigt. (Bilder: Monika Egli)

HERISAU. Wie meistens war gestern für die Rekruten in der Kaserne Herisau Tagwach um 5.30 Uhr, Frühstück von 5.45 bis 6.15 Uhr, dann stand etwas Zeit für persönliche Belange zur Verfügung. Aber schon um 7.15 Uhr hiess es antreten zu einer Lektion Theorie. An Tagen ohne Theorieteil wird stattdessen ein Frühtraining absolviert.

Harmloser Anfang…

Die Theorielektion beginnt relativ harmlos: «Die Infanterie, was ist das, was kommt Euch dazu in den Sinn?», will Major i Gst David Regli von den rund 100 anwesenden Rekruten wissen. «Das sind die am Boden», «man ist gegnernahe», «es sind die an der Front», bekommt er zur Antwort – natürlich von jedem korrekt mit der Einleitung: «Major, Rekrut Müller…».

…wird zur geballten Ladung

Dem Einstieg folgt alsdann eine grosse Fülle an Informationen. Major David Regli referiert über den Einsatz der Infanterie, zu dem es seit 2013 ein neues Reglement gibt. Er erklärt, wie ein Infanterie Bataillon aufgebaut ist und dass 952 Personen dazu zählen. Weitere Themen sind die 17 Aufgaben der Infanteristen, der Aufbau eines Infanteriezugs und die Waffen samt ihren Reichweiten, die dazu gehören. In der jetzigen Zeit gehe es um Unterstützungs- und Sicherungseinsätze, zum Beispiel bei Naturkatastrophen oder an Anlässen wie dem WEF. Bei dieser Gelegenheit folgt gleich auch noch eine Erklärung zum Subsidiaritätsprinzip. «Es geht aber letzten Endes, zusammengefasst, um Angriffe im urbanen Gelände und um die Verteidigung eines Raumes.»

Neue Bedrohungslage

Major Regli betont mehr als einmal, dass die Zeiten des Kalten Kriegs vorbei und die Bedrohungslage deshalb eine ganz andere geworden sei als noch zu Zeiten der Väter. «Bis 1989 kam die Bedrohung per Panzer aus dem Osten, hatte einen Namen, man kämpfte im Wald und in Engnissen.» Heute hingegen finde der Kampf in den Ballungszentren statt. Man kenne den Konfliktgegner nicht mehr, dieser habe auch Zivilisten im Visier und die Medien seien omnipräsent. Eingeflochten in den knapp einstündigen Unterricht wird auch das Ausbildungsprogramm, das während der kommenden Wochen auf die Rekruten wartet.