Die Ideenschmiede von Wienacht

Eine Gruppe von Bürgern beschäftigt sich in Wienacht mit der Frage, wie sich der Weiler weiterentwickeln soll. Anfang Juni informieren die Mitglieder die Bevölkerung über ihre Ideen. Danach sollen dem Gemeinderat Vorschläge unterbreitet werden.

Michael Genova
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Die Gruppe «Entwicklungschancen für Wienacht» will den alten Bahnhof von Wienacht-Tobel in einen Treffpunkt für die Bevölkerung verwandeln. (Bilder: mge)

Die Gruppe «Entwicklungschancen für Wienacht» will den alten Bahnhof von Wienacht-Tobel in einen Treffpunkt für die Bevölkerung verwandeln. (Bilder: mge)

LUTZENBERG. Als der Gemeinderat von Lutzenberg Ende Januar über die Zukunft des ehemaligen Asylzentrums Alpenblick informierte, nahm die öffentliche Versammlung eine unerwartete Wendung. Einwohner Markus Will forderte eine Entwicklungsanalyse für den ganzen Weiler Wienacht. Der Anstoss dazu gab eine ortsbauliche Studie, die an jenem Abend vorgestellt wurde. Die Analyse zeigte auf, wie sich Wienacht Dorf künftig baulich weiterentwickeln könnte. Zum Entwicklungspotenzial des mittleren Ortsteils und zum Tobel schwieg die Studie. «Wir wollten zuerst strukturiert überlegen, was wir mit dem ganzen Ortsteil machen sollen», sagt Will über das Ziel der Projektgruppe.

Wienacht fehlt das Zentrum

Inzwischen haben sich die Mitglieder unter der Leitung von Markus Will fünfmal getroffen und eine Ortsbegehung organisiert. In der Gruppe engagieren sich Kantonsrätin Andrea Zeller Nussbaum, Andreas Donner, Ruedi Gantenbein und Rolf Junkert. Als Beobachter sind auch Gemeindepräsident Werner Meier und Vizegemeindepräsidentin Esther Albrecht an den Sitzungen anwesend.

«Wir haben kein Problem festgestellt, das nicht zu lösen ist», sagt Will, der vor 17 Jahren von London nach Wienacht-Tobel gezogen ist. Der Weiler habe unheimlich viel Potenzial. «Wer einmal hier ist, will nicht mehr weg.» Die Arbeitsgruppe hat dennoch einige Punkte ausgemacht, die verbesserungswürdig sind. Ein Problem sei das fehlende Zentrum. «Wir müssen etwas in der Mitte schaffen, das eine Begegnungsstätte ist», sagt Will. Dafür eigenen würde sich der alte Bahnhof, der den Appenzeller Bahnen (AB) gehört. Der Schalterbereich im Erdgeschoss wird schon länger nicht mehr genutzt, das erste Stockwerk ist als Wohnung vermietet. Der Arbeitsgruppe schwebt vor, das alte Bahnhofhäuschen in ein «touristisches Bijoux» zu verwandeln, das der Dorfbevölkerung auch als Treffpunkt dient. Demnächst sollen dazu Gespräche mit der Direktion der AB stattfinden.

Bessere Anbindung durch Bus

Eine weitere Idee betrifft die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Zurzeit halten die Züge der AB einmal pro Stunde in Wienacht-Tobel und fahren bis 22 Uhr. Zu späterer Stunde besteht seit einigen Jahren ein Nacht-Taxi ab Heiden. Eine Erhöhung der Taktung der Zugverbindungen beurteilt die Arbeitsgruppe als schwierig. Abhilfe schaffen könnte aber die Einführung eines Gemeinde-Busses.

Vor allem für junge Familien sei die Schule ein heisses Thema, sagt Markus Will. Es lohne sich darüber nachzudenken, ob die Primarschüler von Wienacht besser in Wienacht oder in Heiden zur Schule gingen.

Bevölkerung wächst

Zur baulichen Entwicklung sagt Markus Will: «Wir haben genügend Bauland.» Die Projektgruppe habe sich aber gefragt, ob man durch einen Abtausch von Parzellen noch attraktiveres Bauland schaffen könne. Wachstum steht im Quartier Tan bevor, wo zwei Mehrfamilienhäuser mit 31 Wohnungen entstehen sollen. Je nach Entscheid der Bevölkerung werden auch auf der Liegenschaft des «Alpenblicks» mehrere Wohnungen oder Einfamilienhäuser entstehen. Die Abstimmung dazu hat der Gemeinderat auf den 18. Oktober verschoben. Am 6. Juni will die Arbeitsgruppe um Markus Will die Bevölkerung über ihre Ideen informieren. Im September sollen diese dem Gemeinderat präsentiert werden.

Informationsabend, Di, 9. Juni, 19 Uhr, Feuerwehrdepot Wienacht.

Markus Will präsidiert die Arbeitsgruppe, Gemeindepräsident Werner Meier ist als Beobachter an den Sitzungen anwesend.

Markus Will präsidiert die Arbeitsgruppe, Gemeindepräsident Werner Meier ist als Beobachter an den Sitzungen anwesend.

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