Die Hoffnung ruht auf Rehetobel

Der Bildungsstandort Trogen ist das zentrale Thema der Orientierungsversammlung. Eine Gesprächsrunde diskutiert über die Zukunft der Sekundarstufe I. Das Budget 2012 sieht einen kleinen Aufwandüberschuss vor.

Mea Mc Ghee
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TROGEN. Als Organisator hatte die Ortspartei der FDP nebst dem Budget 2012 den Bildungsstandort Trogen sowie die neue Läuteordnung der evangelischen Kirche (s. Kasten) traktandiert. Knapp 40 Interessierte nahmen am Donnerstagabend an der Orientierungsversammlung in der «Krone» teil. Seit über 100 Jahren ist Trogen als wichtiger Bildungsstandort des Kantons bekannt. Da Veränderungen anstehen, sei das Thema von grosser Wichtigkeit für die Gemeinde, so FDP-Präsident Andreas Welz einleitend.

Bekenntnis zum Standort

Martin Annen, Leiter des Amtes für Mittel- und Hochschule und Berufsbildung, erläuterte die Sicht des Kantons: Der Regierungsrat bekenne sich im neuen Mittelschulgesetz (es befindet sich in der Vernehmlassung) zum Bildungsstandort Trogen, indem er festschreibt, in der Gemeinde eine Mittelschule zu führen. Es sei vorgesehen, dass das Schulgeld beim Besuch einer ausserkantonalen Mittelschule nur jenen Jugendlichen bezahlt wird, deren Schulweg nach Trogen unzumutbar ist. Dies könnte bei den erwarteten rückläufigen Schülerzahlen helfen, die Reduktion von Klassen zu vermeiden.

Brisant ist kantonsweit die Zukunft der Sekundarstufe I. Der Kanton will im Frühling 2012 über deren Zukunft entscheiden, erwartet von den Gemeinden im Dezember Vorschläge zu neuen Modellen und Kooperationen.

An der Kantonsschule Trogen (KST) führt der Kanton seit 2003 eine kooperative Oberstufe für Jugendliche aus Trogen, Wald und Rehetobel. Der neue Vertragsentwurf für die Sek I sieht vor, dass Verpflegung und Transport künftig von allen drei Gemeinden prozentual ihrer Schülerzahl finanziert werden. Dem Bedürfnis nach Mitsprache werde besser Rechnung getragen, soll doch anstelle des bisherigen Beirates eine Kommission mit Vertretern der Schulpräsidien, der Gemeinden und der KST gebildet werden.

Rehetobel prüft Alternativen

Rehetobel überlegt, sich per 2014 der Sekundarschule Heiden anzuschliessen. Daher ist die Sek I in Trogen gefährdet. Der Kanton begrüsst deren Weiterführung, es sei aber an den Gemeinden, dies zu entscheiden, so Martin Annen. «Es ist keine Option, dass die Kantonsschule langfristig eine Kleinstsek führt. Daher müssen alle drei Gemeinden mitmachen», sagte er. Die Qualität der Schule spreche für sich, und die Kantonsschule biete eine optimale Infrastruktur. Als Vorteil sieht Martin Annen auch die direkte Schnittstelle zwischen Sekundarstufe I und II, auch andere Gemeinden können davon profitieren. Sollte eine Gemeinde abspringen, würde der Kanton eine Übergangslösung unterstützen.

«Wald steht hinter dem Standort Trogen», sagte Gemeindepräsident Jakob Egli in der folgenden Gesprächsrunde. Eine schleichende Schliessung der Oberstufe Trogen sei für seine Gemeinde nicht finanzierbar. Er hoffe, dass die Verantwortlichen in Rehetobel rechnen können und zum Schluss kämen, dass die Sek I in Trogen ein qualitativ und finanziell attraktives Angebot sei, teilte er einen Seitenhieb Richtung Rehetobel aus.

Für die Lehrkräfte sei die Ungewissheit wie ein Krimi, meinte Urs Breu, Co-Leiter der Sek I. Er sagte: «Unsere Infrastruktur mit Mensa, Mediothek und gestalteten Aussenräumen ist ideal für eine Tagesschule.» Gemeindepräsident Niklaus Sturzenegger sagte: «Im Dorf kann man die schulische Ausbildung vom Kindergarten bis zur Matura absolvieren, das ist ein starkes Argument im Standortmarketing.» Er hoffe darauf, dass man Rehetobel mit den Vorteilen des neuen Vertrag zurück ins Boot holen könne.

Budget 2012 mit kleinem Minus

Zu keinerlei Diskussionen Anlass gab die Präsentation des Budgets 2012. Bei einem Aufwand von 8,6 Mio. Franken in der laufenden Rechnung budgetiert Trogen ein Defizit von gut 45 000 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 4,3 Einheiten. Die Investitionsrechnung weist einen Ausgabenüberschuss von 1,9 Mio. Franken aus. Die Budget-Abstimmung findet am 27. November statt.