Die Hof Weissbad AG hofft auf den Sommer – und setzt auf Kurzarbeit

Auch der Innerrhoder Vorzeigebetrieb ist von den Coronamassnahmen betroffen. Er will jedoch weiterhin investieren.

Karin Erni
Drucken
Teilen
Derzeit nimmt das Hotel keine Gäste auf.

Derzeit nimmt das Hotel keine Gäste auf.

Bild: Karin Erni

Der gedruckte Geschäftsbericht der Hof Weissbad AG, den Verwaltungsratspräsident Sepp Breitenmoser anlässlich der gestrigen Medienkonferenz in den Händen hielt, ist durch die Coronakrise bereits überholt und in weiten Teilen zu Makulatur geworden. So war zu erfahren, dass die geplante Übergabe des Verwaltungsratspräsidiums von Sepp Breitenmoser an Thomas Rechsteiner nicht stattfinden wird. In Anbetracht der Umstände habe der Verwaltungsrat einstimmig beschlossen, dass jetzt der falsche Zeitpunkt wäre, das Ross zu wechseln, so Breitenmoser. «Ein neuer Präsident müsste sich in viele Themen zuerst einlesen. Ausserdem entspricht es nicht unserer Kultur, dass an einer Generalversammlung ohne persönliche Teilnahme der Aktionäre ein neuer Präsident eingesetzt wird. Thomas Rechsteiner wird den Aktionären als ordentlicher Verwaltungsrat vorgeschlagen.»

Sepp Breitenmoser bleibt für ein weiteres Jahr Verwaltungsratspräsident.

Sepp Breitenmoser bleibt für ein weiteres Jahr Verwaltungsratspräsident.

APZ

Ein Rückblick: In Anbetracht der behördlich verordneten Massnahmen hatte der Verwaltungsrat die Generalversammlung zuerst auf den 9.Juli verschoben. Weil die Aussichten aber weiterhin unklar blieben, entschied er sich, dass die Versammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre am 28.Mai stattfinden soll. «Der Anlass, der jeweils gegen 1000 Teilnehmende zählt, hätte aufgrund des Raumbedarfs allenfalls erst Ende der Sommerferien oder in den Herbstferien stattfinden können, was uns zu spät erschien», so Breitenmoser.

«Ein Quartal zum Vergessen»

Das Jahr 2020 begann für die Hof Weissbad AG vielversprechend. Im Januar und Februar erzielte der Betrieb 19 Prozent mehr Logiernächte und ein Umsatzplus von 16 Prozent. Doch dann kam die Coronakrise und mit ihr die Schliessung am 21.März. Seither sind zwei Drittel der Mitarbeitenden auf Kurzarbeit gesetzt. Sie erhalten aber mindestens für März und April den vollen Lohn. Weitergeführt wird der Reha-Bereich, in welchem sich derzeit 15 Patienten befinden. Gemäss Chefarzt Johannes Keel sollen es mehr werden, sobald Wahleingriffe wieder möglich sind.

Die Sicherung der Liquidität steht gemäss Martin Dörig, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, an oberster Stelle. Mit flüssigen Mitteln von 6 Millionen Franken könne man die durch Kurzarbeitsentschädigung nicht gedeckten Löhne zahlen und sei nicht auf Gelder aus dem Rettungspaket des Bundes angewiesen. Zur Abfederung verzichtet der Verwaltungsrat auf Honorare im 2. Quartal 2020.

Trotz der schwierigen Lage bleibt man vorsichtig optimistisch und will das redimensionierte Bauvorhaben des Seminarhauses und das Badehaus bis und mit Baugesuch vorantreiben. Während das Badehaus danach wohl zurückgestellt wird, will man das Baugesuch für das Seminarhaus, von dem man sich zusätzliche Einnahmen erhofft, noch vor den Sommerferien einreichen. Durch den Neubau könnte der Seminarraum im Haupthaus in zusätzliche Hotelzimmer umgewandelt werden. Hoteldirektor Christian Lienhard hofft, den Betrieb bald wieder hochfahren zu können. Der Buchungsstand von Juli bis Dezember liege fünf Prozent über dem Vorjahr.

2019 war ein gutes Geschäftsjahr

Die Hof Weissbad AG kann auf ein erfreuliches Geschäftsjahr 2019 zurückblicken. Gemäss Geschäftsbericht lag die Auslastung bei 90,6 Prozent. Bei einem Nettoumsatz von gut 20 Millionen Franken konnte der Reingewinn auf 256000 Franken gesteigert werden. Im Jahr 2018 waren es noch 19000 Franken gewesen. Wegen der Kurzarbeit und zur Sicherung der Liquidität wird dieses Jahr keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.