Die Harten unter den Bienen

Damit unser Bienenvolk den Winter übersteht, hat es im August und September Winterbienen gezogen. Diese leben länger, überdauern den Winter und bauen im Frühling das Volk wieder auf.

Barbara Anderegg
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Bild: Barbara anderegg

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Ganterschwil. Nur gerade drei bis vier Wochen lebt eine Biene im Durchschnitt. Da ständig junge Bienen schlüpfen – pro Jahr und Volk zwischen 160 000 und 200 000 Tiere – bleibt die Populationsgrösse konstant. Jetzt im Herbst aber wird die Brut reduziert, während des Winters wird dann gar keine Brut mehr aufgezogen.

Winterbienen leben länger

Damit unser Volk den Winter dennoch übersteht, hat es in den letzten Wochen eine andere Art von Bienen gezogen: Die Winterbienen.

Äusserlich unterscheiden sie sich nicht von den Sommerbienen, aber mit einer Lebensdauer von sechs bis neun Monaten leben sie deutlich länger. Sie überdauern die brutlose Winterzeit und bauen im Frühjahr zusammen mit der Königin das Volk wieder auf. Die Winterbienen beteiligen sich nicht an den Arbeiten im und um den Stock. Sie konzentrieren sich einzig darauf, möglichst viel Nahrung, insbesondere Pollen zu sich zu nehmen.

Ihre Fettkörper sind denn auch deutlich stärker ausgebildet als bei den Sommerbienen. Im Winter gibt es weniger Arbeit im Stock und nur beschränkt Futtervorrat. Daher wird die Anzahl der Bienen auch reduziert. Während unser Volk im Sommer rund 50 000 umfasste, werden es im Winter nur zwischen 5000 und 12 000 sein.

Zu einer Traube zusammengeschlossen werden sie die Wintermonate im Stock verbringen.

Die jetzt noch lebenden Sommerbienen pflegen noch die verbleibende Brut und verarbeiten das letzte Winterfutter zu Vorräten, bevor sie dann sterben und nur noch die Winterbienen im Stock sind.

Die letzte Fütterung

Die letzte Fütterung hat Willi Roth in der letzten Woche vorgenommen.

«Diese muss vor dem Bettag stattfinden, damit den Bienen vor dem Wintereinbruch noch genügend Zeit bleibt, das Futter zu Vorrat zu verarbeiten», erklärt der Imker.